Lebenslauf von Agathe Backer-Grøndahl
Mit drei Schwestern wuchs Agathe Backer-Gröndahl in Holmestrand/Norwegen in einem Elternhaus auf, in dem das Talent der Tochter sehr früh erkannt und gefördert wurde. Um ihr eine gute Ausbildung angedeihen zu lassen, zog die Familie nach Oslo um. Otto Winter-Hjelm und später Halfdan Kjerulf waren ihre Klavierlehrer und L.M. Lindemann unterrichtete sie in Musiktheorie. Von 1865 - 1869 studierte sie in Berlin bei Theodor Kullak Klavier und bei Richard Würst Komposition. Danach begann sie als Pianistin in vielen Ländern Europas zu gastieren; so war sie u.a. in London, wo George Bernard Show sie hörte und sie als die wahre Nachfolgerin Clara Schumanns bezeichnete. Unter Edvard Grieg spielte sie in Christiania das 5. Klavierkonzert von Beethoven. 1875 heiratete sie den Gesangslehrer und Chordirigenten Olaus Andreas Gröndahl, mit dem sie in Christiania wohnte und wo auch ihre drei Söhne zur Welt kamen. Einer der Söhne - Fridtjof Backer-Gröndahl - trat in die Fußstapfen der Mutter und wurde auch ein bekannter Pianist. Da die finanzielle Lage der Familie nicht besonders gut war, unterrichtete sie täglich und fand kaum noch Zeit zum Komponieren. Ihre Konzerttätigkeit gab sie aber nicht auf. 1885 spielte sie in Stockholm Schumanns Klavierquintett und bei der Weltausstellung in Paris Griegs a-Moll Klavierkonzert, das von ihrem Mann dirigiert wurde. Nach einer großen Operation 1897 musste sie mehrere Monate in einer Nervenklinik behandelt werden. 1898 bat Edvard Grieg sie noch einmal unter ihm in Bergen sein Klavierkonzert zu spielen, was sie mit großem Erfolg auch tat. Es folgten dann noch einige Konzerte in ihrer Heimat, bis sich ihr Gesundheitszustand so sehr verschlechterte, dass sie 1907 in Christiania (Oslo) starb. Nicht nur Klaviermusik entsprang der Feder Agathe Backer-Gröndahls: Sie komponierte auch sehr viele Lieder und Chorstücke. Ihr Kompositionsstil ist dem nordischen Idiom - mit Schumannschen und Lisztschen Einflüssen - verhaftet. "Es ist eine norwegische Komponistin zu würdigen, die ihrem berühmten Landmann Edvard Grieg ebenbürdig ist. Gerade die Konzertetüden sind, ob elegant oder verträumt, von erheblichem Schwierigkeitsgrad, die fünfte gar eine Art Liebesrausch in Tönen. Aber auch die Salonmusik verschmäht Agathe Backer-Gröndahl nicht, wie die federleichten Skizzen und virtuosen Morceaux zeigen" (in: Hans-Dieter Grünefeld, PIANONews 3/2001). Detaillierte Auflistung käuflich erwerbbarer Klavierwerke, mit Einteilung in Schwierigkeitsgrade und Verlagsangaben, sind nachzulesen in: Isolde Weiermüller-Backes/Barbara Heller, Klaviermusik von Komponistinnen vom 17. bis 21. Jahrhundert, Düsseldorf 2003, S.33-35. Beitrag von Isolde Weiermüller-Backes |
Letzte Änderung am 8.12.2004

Mit drei Schwestern wuchs Agathe Backer-Gröndahl in Holmestrand/Norwegen in einem Elternhaus auf, in dem das Talent der Tochter sehr früh erkannt und gefördert wurde. Um ihr eine gute Ausbildung angedeihen zu lassen, zog die Familie nach Oslo um. Otto Winter-Hjelm und später