Vincenzo Bellini (1801-1835)

Norma

Allgemeine Angaben zur Oper:

Titel: Norma
Uraufführung: 26. Dezember 1831 an der Mailänder Scala
Spieldauer: ca. 125 Minuten
Bemerkung: Bellini über die Uraufführung: "Würden Sie es glauben? ... Fiasco! ... Fiasco! ... Ernsthaftes Fiasco!". Trotzdem brachte es Norma in der Saison 1831/32 an der Scala auf 39 Aufführungen.

Kaufempfehlung:

CD: Klassika CD-Kaufempfehlung bei jpc Norma (Nightingale, DDD, 2004)
Bellini, Vincenzo (1801-1835)

FonoForum 07 / 05: "Spätestens in der Cabaletta demonstriert die Gruberova, dass sie, was Ziergesang und Belcanto angeht, immer noch tonangebend ist: mit schwebenden Piani, lockeren Fiorituren, gleitenden Läufen und gestochenem Koloraturwerk. Wie sie mit der Dynamik umgeht, zuweilen fast halsbrecherisch akrobatisch und das Risiko nie scheuend, das hat schon Klasse."

weitere ...
DVD: Klassika DVD-Kaufempfehlung bei jpc Norma (TDK, 2001)
Bellini, Vincenzo (1801-1835)

FonoForum 08 / 05: "Als Druidenpriesterin Norma überrascht June Anderson mit stilistischem Feinschliff. Ihre Duette mit der mezzosamtigen, vokal aus dem Vollen schöpfenden, immer auf Linie singenden Freundin-Rivalin Adalgisa von Daniela Barcellona gehören zum Schönsten der Aufführung. Eine DVD für die Ohren."

weitere ...

Personen:

Severus  : römischer Prokonsul in Gallien (Tenor)
Orovist  : Haupt der Druiden (Bass)
Norma  : seine Tochter, Seherin (Sopran)
Adalgisa  : Priesterin (Alt)
Clothilde  : Normas Freundin (Sopran)
Flavius  : Severus' Begleiter (Tenor)
Weitere: Priester, Priesterinnen, Volk, Krieger

Zur Oper:

Art: Tragische Oper in zwei Akten
Libretto: Felice Romani
Sprache: italienisch
Ort: Gallien
Zeit: 100 n. Chr.

Handlung:

1. Akt: Die Druidenpriesterin Norma ist, entgegen ihrer Keuschheitspflicht, die heimliche Geliebte des römischen Prokonsuls Pollione und Mutter seiner beiden Kinder.

Im heiligen Irminsul-Hain verkündet Oroveso den Druiden in tiefer Nacht, dass Norma bei Erscheinen des Mondes den göttlichen Willen offenbaren werde: Alle hoffen auf ein Zeichen zum Kampf gegen die Römer. Im Dunkel dieses Waldes überrascht Pollione seinen Freund Flavio mit dem Geständnis, dass er Normanicht mehr liebe, sondern Adalgisa. Er fürchtet Normas Rache und erzählt von einem Traum, in dem sie ihm als Mörderin ihrer Kinder erschienen sei. Beide werden vertrieben von Druiden, die den Mondaufgang verkünden. Norma kommt. Noch sei nicht die Zeit zum Kampf, erklärt sie den Galliern. Dann vollzieht sie die heilige Handlung des Mistelbrechens und fleht die Mondgöttin um inneren Frieden an, einen Frieden, den sie sich selbst, zerrissen zwischen der Liebe zum Römer Pollione und ihrer Pflicht, ersehnt. Nachdem die Gallier den Ort verlassen haben, erscheint Adalgisa. Pollione bestürmt sie, mit ihm nach Rom, wohin er abberufen ist, zu gehen, was sie nach langem innerem Kampf ihm auch verspricht, als Liebesopfer. - Norma quält sich mit der Vorahnung, dass Pollione ohne sie nach Rom zurückkehren werde. Voll Verständnis nimmt sie Adalgisas Geständnis auf, einen jungen Römer zu lieben, und gewährt ihr die Lösung vom Keuschheitsgelübde. Für beide ist es eine tragische jähe Erkenntnis, dass der hinzutretende Pollione für die eine der Vater ihrer Kinder, für die andere der Geliebte ist. Adalgisa wendet sich von ihm ab, Norma droht ihm mit ihrer Rache.
2. Akt: Norma will ihre Kinder töten, doch ihre Mutterliebe siegt. Sie bittet Adalgisa, die Hochzeit mit Pollione zu vollziehen, die beiden Kinder mit nach Rom zu nehmen und ihnen eine gute Mutter zu sein. Die tief bewegte Adalgisa, die für Pollione keine Liebe mehr empfindet, möchte stattdessen Pollione dazu bewegen, zu Norma zurückzukehren. Die beiden Frauen versichern sich ihrer treuen Freundschaft.

Die auf ein Zeichen Normas zum Kampf gegen die Römer wartenden Gallier bittet Oroveso um weitere Geduld. Doch jetzt gibt Norma, die sich Hoffnungen machte, Pollione werde wirklich zu ihr zurückkehren, dieses Zeichen, als sie hört, er habe geschworen, Adalgisa notfalls mit Gewalt nach Rom zu führen. Gleich danach wird ihr Pollione als Gefangener vorgeführt. Stolz reicht er ihr sein Schwert, damit sie ihn töte. Sie zögert, gibt ihm eine letzte Gelegenheit, Adalgisa zu entsagen - er tut es nicht. Norma droht, ihre Rache mit dem Tod der Kinder, dann Adalgisas zu erfüllen, umsonst. So lässt sie den Scheiterhaufen für eine Priesterin, die das Keuschheitsgebot gebrochen habe, richten. Als die Gallier nach dem Namen fragen, nennt sie nicht den Adalgisas, sondern ihren eigenen. Ihre Kinder dem Schutz Orovesos anvertrauend, geht sie gefasst ihrem Tod entgegen. Überwältigt, von neuer Liebe erfasst, folgt ihr Pollione.

Beschreibung:

Giuseppe Verdi und Richard Wagner waren sich darin einig: gleichermaßen bewunderten sie die melodische Kontinuität der 1831 an der Mailänder Scala uraufgeführten Norma, die als einer der Höhepunkte der romantischen italienischen Belcanto-Oper gilt. Aber nicht nur der Melodienreichtum, sondern auch die für die italienische Oper dieser Zeit neuartige Einheit von Wort und Ton sowie der Kontrastreichtum des Affektausdrucks ließen das Werk derartig erfolgreich werden.

In Librettist Felice Romani fand Bellini einen idealen Partner. Denn anders als sein Zeitgenosse Donizetti ließ sich Bellini nicht durch dramatische Konstellationen und Bilder inspirieren, sondern fand zu melodischem Ausdruck und Leidenschaft erst durch die Beschaffenheit der Verse. Es heißt, der reizbare Süditaliener konnte schreien und toben, wenn auch die dritte Überarbeitung der Verse den Funken nicht überspringen ließ. Bei Norma verlief die sechswöchige Zusammenarbeit nahezu reibungslos. Romani verdichtete die verschlungene, literarische Vorlage (Alexandre Soumets Versdrama Norma) auf zwei Konflikte: das Aufeinanderprallen zweier in höchstem Grade unterschiedlicher Kulturen mit eigenen Religionen und Bräuchen sowie eine Dreiecksbeziehung, die von Liebe, Hass und Rache gesteuert wird.
Letzte Änderung am 9.1.2004

Suche bei den Klassika-Partnern:
Google
 
Web www.klassika.info
jpc Über 1,5 Mio. Produkte
CDs, DVDs und Bücher.
Go
Suchbegriffe:
In Partnerschaft mit Amazon.de