Richard Rodney Bennett (geb. 1936)

The Mines of Sulphur

(Ballade im Moor)

Allgemeine Angaben zur Oper:

Titel: The Mines of Sulphur
Titel deutsch: Ballade im Moor
Anlass: Auftrag des Aldeburgh Festivals
Widmung: Benjamin Britten
Entstehungszeit: 1963
Uraufführung: 24. Februar 1965 in London (Sadler's Wells Theatre)
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Spieldauer: ca. 180 Minuten
Erstdruck: London: Universal Edition, 1966

Kaufempfehlung:

CD: Klassika CD-Kaufempfehlung bei jpc
[Details]
The Mines of Sulphur (Chandos, DDD, 2004)
Richard Rodney Bennett (1936-2012)

A. Friesenhagen in FonoForum 04 / 06: "Die Aufführung des Ensembles der amerikanischen Glimmerglass Opera besticht durch ihre atmosphärische Dichte, Spontaneität und nicht zuletzt durch hohe musikalische Qualitäten."

Zur Oper:

Art: Oper in drei Akten
Libretto: Beverly Cross
Sprache: englisch
deutsch von Kurt Herrmann
Ort: auf einem englischen Landsitz
Zeit: 18. Jahrhundert

Personen:

Braxton: ein Grundbesitzer (Bassbariton)
Rosalind: eine Zigeunerin (Mezzosopran)
Boconnion: ein Deserteur (Tenor)
Tovey: ein Landstreicher (Bariton)
Sherrin: Manager einer Schauspieltruppe (Bassbariton)
Fenney: Schauspieler (Tenor)
Leda: Schauspielerin (Mezzosopran)
Tooley: Schauspieler (Bariton)
Jenny: Schauspielerin (Sopran)
Trim: ein Lakai (stumme Rolle)
Weitere: Schauspieler und Tänzer

Handlung:

1. Akt: William Braxton ist ein bärenstarker Mann, struppig, rüpelhaft und schon ein wenig betagt. Er besitzt eine schöne Villa, an der der Zahn der Zeit aber auch schon genagt hat. Ursprünglich war ein anmutiges junges Mädchen an seiner Seite, doch da er keine gepflegten Umgangsformen vorweisen konnte und sie
ständig schlug, ist die anmutige Zigeunerin ausgerückt.

Doch die Kleine hat kein neues Zuhause gefunden und die Witterung draußen ist ungemütlich. Was macht Rosalind? Sie kehrt an den alten Essnapf zurück und klingelt verängstigt an der Haustür. Übel wird sie von Braxton empfangen:

„Slut. You slut! The moor was too could for you. Was there no one fool enough to take you in?“ Dem Flittchen war das Moor wohl zu kalt! Gab es niemanden, der blöd genug war, sie aufzunehmen? Jetzt kommt sie wieder gekrochen, damit er ihr helfen soll! Warum sollte er? Rosalind klagt, dass sie schon drei Tage nichts gegessen habe? Eine Lektion habe sie verdient, man solle sie grün und blau schlagen! Braxton führt aus, dass er sie auf der Straße aufgelesen habe, um einen Menschen aus ihr zu machen. Sie brauchte keine Arbeit zu verrichten und was er als Gegenleistung von ihr erwartete, war so ungewöhnlich auch nicht! Sie soll endlich seine Frage beantworten, weshalb sie weggelaufen sei?

Doch Braxton ist von ihrer Erscheinung erneut fasziniert, die Stimmung wechselt und der Ton auch. Er jammert, dass er ein einsamer alter Mann sei, und er sie deshalb brauche. Drei Wochen lang war sie fort und er habe sie sehr vermisst. Der Frost und die Einsamkeit haben ihn fasst umgebracht, doch jetzt sei sie zurückgekommen. Sie soll nicht zittern und sich nicht fürchten, denn er ist nicht mehr wütend. Wenn der Schnee weg ist, nimmt er sie mit in die Stadt und kauft ihr etwas Schönes zum Anziehen. Sie sei blass und zittere vor Kälte. Sie soll mit in sein Zimmer kommen. Hier unten sei es leer und einsam. Wenn es die Treppe hoch geht, darf Rosalind sich auf ihn stützen.

Doch die kleine Zigeunerin ist nicht so unschuldig, wie sie tut. Unterwegs hat sie mit zwei Spitzbuben Brüderschaft geschlossen, die ihr prompt auf den Fersen gefolgt sind. Es dauert nur eine kurze Zeit und die Haustür öffnet sich erneut. Die beiden schleichen auf Zehenspitzen in die Halle. Der Ganove in der zerlumpten scharlachroten Uniform ist Boconnion, ein davongelaufener Deserteur und ein Landstreicher, der andere, der ihm in kurzem Abstand hinterherhinkt, nennt sich Tovey. Kein Feuer ist angezündet und er friert sich noch kaputt, klagt der Letztgenannte. Niemand scheint anwesend zu sein. Tovey hat nur einen Hund heulen gehört. Die beiden, von Rosalind instruiert, sind auf Diebesgut aus. Nach Juwelen und Wertgegenständen steht ihnen der Sinn. Die Wände in der Halle sind mit seltenen Waffen dekoriert. Boconnion entnimmt ein schmuckes Bajonett aus der Dekoration, mit dem man je nach Bedarf schießen oder zustechen kann. Zuerst wird der Hund erledigt, und wenn der Alte auftaucht, kommt dieser an die Reihe, bestimmt Boconnion. Nach Reichtum sieht es hier aber nicht aus, stellt Tovey fest. Das Mädchen habe behauptet, der Hauseigentümer sei der reichste Mann im Lande. Männer wie Braxton seien alle gleich: sie verstecken ihre Schätze unter Spinnweben, meint Boconnion. Was machen die beiden wohl da oben?

In diesem Augenblick erscheint Rosalind auf der Galerie. Boconnion will von ihr wissen, wo Braxton im Moment sei. Er sitze mit einem Glas Wein auf der Bettkante und habe sie losgeschickt, noch mehr zu davon holen. Boconnion entscheidet, dass er ihm den Wein bringen wird. Der Übeltäter verschwindet im Schlafzimmer und kommt nach kurzer Zeit zurück. Er wischt das Blut von der Klinge und erstattet Bericht. Der Alte konnte ihn nicht sogleich erkennen, denn er befand sich im Gegenlicht, als er zustach. Seine zitternde Hand führte er zu Kehle, als könne er das Leben darin zurückhalten. Es floss ihm weg wie der Wein in die Laken. Rosalind gibt sich kaltherzig und ist mit der Ausführung zufrieden, Tovey ist es erst, wenn er Schmuck und Silber in Händen hält. Tovey nimmt den Schlüssel und Rosalind führt ihn zu einer Truhe von der sie weiß, dass der Schmuck der Frau des Alten gehörte, er ihr ihn nur einmal gezeigt hatte, aber nicht erlaubte, ihn zu tragen.

Rosalind hätte ihn heiraten sollen! Doch das Mädchen erklärt, das sei nicht möglich gewesen, weil seine Frau noch lebt. Sie sei einfach weggegangen und habe Kleider und Schmuck zurückgelassen. Wer kann es ihr verübeln, denn er war ein schlechter Mensch?

Die Ausbeute an Schmuck und Geld ist reichhaltig und Tovey möchte die Schätze anfassen. Er soll aber alles an seinem Platz lassen - sie benötigen die Schätze nicht bevor sie gehen, befiehlt Boconnion. Aber sie müssen von hier sofort verschwinden, wirft Tovey ein, sie können hier nicht bleiben. Doch Rosalind fühlt sich hier sicher und behaglich, besser als in einem Erdloch oder in einer Zelle. So lange noch Schnee liegt, wird sie niemand stören. Erst wenn es ihnen passt, ziehen sie weiter. Boconnion bekräftigt, was Rosalind gesagt hat. Die Leiche kommt einstweilen hinter eine verschlossene Tür. Tovey soll losgehen und im Haus etwas zu trinken finden. „He's dead, I tell you. Now off with you and find us something to drink.“ Doch Rosalind denkt mehr ans Essen.

Boconnion schmiedet Zukunftspläne mit Rosalind. Sie spricht von einem Mann, der ihnen nützlich werden könnte. Er habe sie hierher gebracht, als sie sich im Moor verirrt habe und hilflos war wie ein blindes Kind. Dieser Mann könne ihnen noch ein weiteres Mal nützlich sein und sie an Bord eines Schiffes schmuggeln, welches seinen Weg in die neue Welt nimmt.

„Dort in Neuengland oder Virginia
muss niemand unseren Namen und Rang kennen.
Unser Reichtum, unsere Jugend und unsere Kraft werden uns genug sein,
uns eine Möglichkeit zu schaffen, zu leben und Arbeit zu finden.
Keine Offiziere, die uns verfluchen und bedrohen.
Keine Scham, weder Wappen noch Land zu besitzen,
denn das Gold wird uns beides erkaufen.

Wir werden beweisen, dass Du und ich triumphieren,
dass wir von der Sorte sind, die die ganze Welt verändern kann.
Wir haben Stolz, wir haben Mut, wir haben einen starken Willen.
Sie treten uns, sie spucken uns an, doch wir beißen zurück!

Der Tote in seinem zerwühlten Bett hatte kein Recht auf seine Juwelen.
Er hat andere an die Wand gedrängt, um sie zu bekommen.
Ich habe ihm die Kehle durchtrennt, um sie zurückzuholen.
Seinesgleichen legen die Regeln fest.
Ich ahme sie nur nach.“

Rosalind klagt ihr Leid und schöpft aus der Erinnerung: Braxton habe sie eine Schlampe genannt, doch was hatte er erwartet? Er sah sie auf dem Markt und kaufte sie dem Vater ab. Er erzählte ihm, dass er eine Magd aus ihr machen würde. Doch der Vater wusste Bescheid und hat sie trotzdem verkauft.

Boconnion wiederholt seine Erwartungen: „But in New England or Virginia no man will need to know from where we came. Our wealth, our youth, our strength will be enough to help us find a chance to live in peace.“

Boconnion glaubt nicht an Verbrechen oder Sünde. Er sieht keinen Gott und keinen Teufel. Nein, er bestimmt selbst über sein Herz und seinen Verstand. Der Mensch sei allein und kein Gott kann ihm vergeben oder ihn bestrafen, ihn ablehnen oder retten.

Rosalind ist im Prinzip nicht ganz seiner Meinung, denn sie glaubt daran, dass Sünden vergeben werden.

Tovey hat Wein und Bier geholt und im Kamin Feuer gemacht. Tovey und Boconnion machen sich gegenseitig Komplimente das beste Tagwerk gemacht zu haben. Sie haben sich alle drei am gleichen Tag kennengelernt. Tovey hat Boconnion Rosalind zugeführt.

Rosalind erscheint oben auf der Galerie, hat sich aus den Beständen im Kleiderschrank neu eingekleidet und sieht bezaubernd aus. Für die beiden Gentlemen hat sie neue Mäntel mitgebracht. Die alten Klamotten werden hinter die Treppe geworfen. Als Dank staffiert Boconnion das Mädchen mit Schmuck aus der Schatztruhe aus. Man fühlt sich extrem behaglich.

Plötzlich ertönt aus der Ferne ein Horn. Ein Jagdhorn kann es nicht sein, denn niemand geht bei diesem Wetter in dieser Jahreszeit auf die Jagd. Tovey rät, niemanden hereinzulassen und an die Leiche zu denken, die im Schlafzimmer liegt. Es klopft an die Tür und Boconnion nimmt das Bajonett und fragt, wer da ist und was er will. Der Ankommende nennt sich Sherrin und bittet um Hilfe und Schutz. Tovey will nicht, dass jemand hereinkommt, doch Boconnion öffnet souverän die Tür.

Sherrin entschuldigt sich für sein Aussehen, aber die junge Dame brauche keine Angst zu haben. Sie seien Schauspieler und auf dem Weg in den Westen, aber ihre Kutsche habe sich gegen sie verschworen. Boconnion zieht Erkundigungen ein und stellt Überlegungen an, welchen Nutzen ihnen die Schauspieler bringen können, wenn er sie kurzfristig beherbergt. Sie seien zu sechs Personen und werden nicht stören.
Sie brauchen nur bis zum Morgen ein kleines Eckchen, welches trocken ist, im Stall oder in der Scheune. Dann werden sie nach Westen weiterziehen. Boconnion nimmt die Sache leicht, stellt aber als Bedingung, dass sie als Gegenleistung für die Unterkunft eine Probe ihrer Schauspielkunst abgeben müssen. Ein guter Einfall - die Galerie könnte die Bühne sein.

Sherrin sei es ein Vergnügen, den Oberst Boconnion kennenzulernen. Er habe die Ehre, das kleine Ensemble zu leiten. Ihr berühmtestes Mitglied sei Miss Leda. Sie sei schon in Bristol und in London aufgetreten. Dann wird noch Mister Fenney vorgestellt, dessen Cassio auch große Beachtung fand. Mister Tooley ist ein bemerkenswerter älterer Komödiant. Wo ist Trim? Bei Jenny! Leda hilft ihr eben den Hügel hinauf. Sie fand die Reise sehr ermüdend. Doch als sie noch jünger war, war das anders.

Nun sind alle komplett. Trim hält das glänzende Jagdhorn in der Hand und führt damit seinen Salut aus. Von Natur aus ist er stumm und was seine Zunge nicht vermag, soll sein Körper zum Ausdruck bringen. Sherrin legt fest, dass er zuerst den Oberst, dann sie Dame und schließlich Mister Tovey mit einem Tusch begrüßen soll.

Jetzt müssen die Gastgeber noch das Siel auswählen, welches gespielt werden soll. Ihr neuestes Stück, welches ins Repertoire aufgenommen wurde, führt den Titel „Die Schwefelminen“. Leda, Fenney und Tooley assistieren Sherrin und gemeinsam erklärt man den Sinngehalt des Stücks:

„Gefährliche Gedanken sind gleich Giften,
die man zuerst kaum wahrnimmt am Geschmack,
allein nach kurzer Wirkung auf das Blut,
gleich Schwefelminen glühen!“

Sherrin führt aus, dass er den reichen Antiquitätensammler spielt, der sich in Venedig mit Schätzen umgeben hat. Jenny spielt das Mädchen, welches er liebt und Fenney den heimlichen Liebhaber. Leda stellt die verwitwete Mutter dar. Boconnion findet, dass alles gut zusammen passt und bestimmt, dass man „Die Schwefelmienen“ zu Gehör bringen soll. Die Schauspieler sollen sich jetzt vorbereiten, und er gibt Rosalind und Tovey ein Zeichen mit ihm zu verschwinden.

Die Schauspieler verlieren sich in Erinnerungen, was sie zu früheren Zeiten alles gespielt haben. Romeo und Julia sind allgegenwärtig. Fenney und Tooley bekommen fast Streit miteinander. Man überlegt, wie man die Dekorationen platzieren soll. Jetzt geraten Leda und Fenney aneinander. Sie gehen los, die Scheune suchen, wo sie übernachten werden.

Rosalind kommt in die Halle, sieht Jennys roten Umhang, legt ihn sich um die Schultern und macht ein paar Tanzschritte dazu. Jenny bemerkt von der Galerie aus, dass ihr das Kleidungsstück gut stehe. Rosalind fragt, ob sie den Umhang in dem Schauspiel trage. Das Stück vom Schicksal einer jungen Ehefrau passe gut in den Winter. Sie solle nicht betrübt sein, wenn das Stück, welches zur Aufführung kommt, keine Komödie ist, aber die Galerie, der Hintergrund und die Atmosphäre seien für das Drama eine korrekte Wahl

Rosalind glaubt, ihre Truppe sei die erste, die an diesem Ort jemals gespielt habe. Vor langer Zeit sei es üblich gewesen, entgegnet Jenny, dass die Schauspieler losgezogen seien und im ganzen Königreich die Herrenhäuser besucht haben. „Who knows? Perhaps they came here? Long long ago.“ Rosalind betont, dass sie alles geben würde, um sich einer Truppe wie der ihren anzuschließen, ihr Leben zu führen und ihre feinen Kleider zu tragen. Jenny soll ihr etwas beibringen, eine Rede oder ein Lied, damit sie für eine Weile so tun kann, als ob sie dazugehöre.

Jenny stimmt an: „The wind doth blow tonight, my love, and a few small drops of rain. I never had but one true love, in cold grave he was lain.“ Rosalind ist eine gelehrige Schülerin beweist ihr Talent und wiederholt die Strophen.
2. Akt: Das Stück beginnt und wird von den Gastgebern aufmerksam verfolgt. Boconnion ist amüsiert, Rosalind fasziniert und Tovey fürchtet sich. Viel Dekoration muss nicht sein, weil die Einrichtung der Villa zum Stück passt. Die Rollen sind folgendermaßen verteilt: Sherrin spielt den Grafen Spienieff, einen Antiquitätensammler. Fenney mimt den Kammerdiener Hugo. Leda ist Mrs. Traxel, eine Witwe und Jenny übernimmt die Rolle ihrer Tochter Haidee. Tooley und Trim spielen im Stück zwei Lakaien. Mittelpunkt des Bühnenbildes ist ein Himmelbett.

Die Regieanweisung sieht vor, dass zuerst die beiden Lakaien auftreten. Trim trägt auf einem silbernen Tablett eine Kanne Schokolade. Tooley zieht die Vorhänge des Bettes zurück, so dass der Graf in Satin-Nachthemd und Nachtmütze sichtbar wird. „Guten Morgen, Eure Exzellenz, Hier ihre Schokolade und die Morgenpost. Es sind Kataloge aus Salzburg und Dresden dabei!“ Die Uhr schlägt acht. die Lakaien verbeugen sich und marschieren hinaus.

Der Graf inspiziert die Kataloge, die Gemälde und kunsthandwerkliche Gegenstände bebildern. Man sieht unter anderem eine aztekische Totenmaske mit Gold und Edelsteinen geschmückt – ein Geschenk des Königs von Spanien anlässlich der Geburt seiner sechzehnten Tochter, sowie eine portugiesische Porzellanarbeit: ein reich verzierter benutzter Nachttopf der Katharina von Braganza. Der Graf ist nicht angetan, schüttelt sich und wirft den Katalog fort.

Jetzt erscheint Hugo mit den Kleidern des Grafen und einer Waschschüssel. Der Graf ist missmutig, denn die Kataloge enthielten nichts, was seine Sammlungen bereichern könnten. „Das ist die Strafe dafür, weil Eure Exzellenz schon alles besitzt. Ein Sammler, der unendlich begütert, so gründlich und so kenntnisreich ist wie Eure Exzellenz, muss eines Tages aufwachen und finden, dass es nichts mehr zu kaufen gibt in dieser Welt!“ Die Wahrheit sei, bekennt der Graf, dass er sich langweile. Er verbringe seine Tage damit, alle seine Bilder zu zählen wie auch seine Statuen, seine Spiegel und seine Bücher. Seine Handschriften zu studieren und seine Juwelen zu betrachten, langweile ihn inzwischen ebenfalls. Aber warum sollte er nicht das Vergnügen teilen und anderen Kunstkennern zeigen, was er alles besitzt? Damit hat der Herr Graf schlechte Erfahrungen gemacht. Andere werden lediglich neidisch. Ein Antiquar aus Brüssel habe versucht, sein Astrolabium von Cellini zu stehlen. Er musste die Sache ans Gericht geben.

„Warum nicht heiraten?“ „Wo könnte er eine Frau mit Geschmack finden?“ Exzellenz möge seinem Diener verzeihen, aber vielleicht könnte eine Frau Gemahlin eine Ergänzung sein und seine Sammlung bereichern. Er besitze bereits Statuen von Aphrodite und Bildern von Atalanta und Diana. Warum nicht eine lebende, atmende Göttin, wenn wir sie finden könnten? Der Graf wendet ein, dass er wählerisch sei Er besitze die feinste Sammlung in ganz Europa. Welche Frau könnte inmitten solcher Perfektion schon glänzen?

Hugo hat einen Vorschlag: Er habe ein Mädchen gesehen, das seine Sammlung verblassen ließe. „Wo?“ Dafür müsse man nicht zum Mond reisen, denn sie lebt hier in der Stadt! „Wer ist sie? Hugo soll es ihm sagen!“ Heute Morgen ging er über den Platz und hielt inne, um an der Ecke zu verschnaufen. Er war in Eile und überlegte gerade, welchen Rock er für seinen Herrn bereit legen sollte, die aus pflaumenfarbenem Samt oder den aus Satin in Apricot?

„Das Mädchen! Was ist mit dem Mädchen?“ Plötzlich hörte er eine Mädchenstimme, fährt Hugo fort, die sang. Es war für ihn ein mystischer Augenblick. Kein Laut von der Straße und kein Ruderschlag vom Kanal. Nichts als die Sonne und das Lied, welches sie sang.

Das Licht in der Halle wird schwächer und auf der Galerie erscheint Haydee im tiefdekolltierten Nachtgewand.

„Oh wann lerne ich einen Verehrer kennen,
einen Mann, der mich heiratet,
der diesen brennenden Schmerz fortküsst
und mein Elend heilt?

Oh wird er des Nachts zu mir kommen,
wenn ich allein bin und weine,
und wird er diesen brennenden Schmerz fortküssen,
wenn ich in seinen Armen schlummere?

Oder muss ich denn immer alleine leben,
für immer alleine bleiben,
und wird niemand diesen brennenden Schmerz lindern,
und niemand mich heiraten?

Ich sehne mich nach Liebe, brenne nach Liebe,
wenn einer mich zu befreien käme,
gäbe ich ihm alle Liebe, die ich habe,
dem Mann, der mich heiraten würde.“


Der Graf ist entzückt und Hugo erwartet von ihm die Bestätigung, dass sein Vorschlag gut war. Hat er je eine solche Haut gesehen, solches Haar und solche zarten Arme, in die man hineinbeißen möchte? Perfekt! Das Mädchen wäre das lieblichste Ding in seiner Sammlung, wenn er zupacken würde. In der Tat, unvergleichlich! „Wird er bei der Mutter um ihre Hand anhalten?“

Die Mutter ist nicht weit und Hugo stellt Mrs. Traxel vor - nicht sehr anziehend, aber bizarr kostümiert. Der Graf macht eine Verbeugung und erkundigt sich sicherheitshalber, ob sie eine Tochter habe, die des Morgens singt. „I wish to marry her!“ „Praise to the god!“

Nun geht alles in rasantem Tempo. Mrs. Traxel ruft zum Balkon herauf. Haidee, ihr Engel soll sich anziehen. Ein Gentleman, ein lebender Graf sei hier, der sie heiraten möchte, ihre Zustimmung habe sie bereits gegeben.

Nun wendet sich die Ulknudel dem Grafen direkt zu und hält einen allumfassenden Monolog. Sie preist die greifbaren Vorzüge ihrer Tochter an: Hinzu addieren sich geistige Qualitäten wie Sprachbegabung, Religion, Lautenspiel, Aquarell und Pythagoras. Noch keine achtzehn sei sie. Exzellenz habe gut gewählt! Die Mutter hat das Mädchen allein aufgezogen. Der Vater sei im letzten Krieg von ihnen gegangen. Eine Kanonenkugel habe ihn bei der Belagerung von Mantua überrascht. Er war ein wunderbarer Mann, ein Dragoner seiner Majestät. Hochgewachsen wie seine Exzellenz mit einem Schnauzbart, scharf wie ein Bajonett. Mrs. Traxel entringt sich ein Stöhnen: Das Bett blieb leer, als er von ihnen ging, das kann sie ihm versprechen. Hinterlassen hat er leider nichts, außer einer Tochter. Keine Mitgift wird die Tochter begleiten, aber Eure Exzellenz wird finden, dass das Mädchen mit Ihrem Körper, der flackert und schimmert wie eine Kerze in der Dämmerung, die Mitgift aufwiegt. Haidee kommt herbei, kühl und schön, ganz in Weiß und macht einen Knicks. Seine Hände zittern und die Mutter plappert weiter. Wenn sie jetzt beginnen, den Handel mit einem Schlückchen Wein zu besiegeln, kann der Herr Graf noch heute verheiratet sein.

INSTRUMENTALES ZWISCHENSPIEL

Boconnion fragt Rosalind, ob ihr das Stück gefalle, denn ihre Augen glänzen. Es sei wie ein Traum, den sie als Kind hatte und sie wünscht sich, dass die Geschichte weiter und weiter geht. Tovey macht die Geschichte Angst und das Ende will er gar nicht wissen. Es sei nur eine Geschichte, erklärt Boconnion, aber wird der Tod von Braxton nicht eines Tages auch eine Geschichte sein, fragt der Geängstigte.

Die Geschichte geht weiter. Trim und Tooley kommen herein, um das Bett zu machen. Sie schütteln das Kopfkissen auf und transportieren eine Wärmepfanne herbei. Mrs. Traxel und Hugo kommen herein und begutachten die Dienstleistung bevor der Herr Graf im pelzbesetzten Morgenmantel erscheint. Haidee an seiner Seite trägt einen scharlachroten Umhang. Die Dienerschaft verschwindet und lässt sich verbeugend die beiden allen. Der Graf nähert sich seiner Eroberung – in der Hand hält er eine prachtvolle Halskette. Haidee lässt den roten Umhang langsam von den Schultern gleiten. Sie steht da wie eine Statue in einem einfachen weißen Nachtgewand. Der Graf küsst ihr die Wange, legt seiner Flamme die Kette um und führt sie langsam zum Bett, nachdem er sie ausgiebig betrachtet hat. Die Lichter gehen langsam aus.

NOCTURN 1

Ein Hahn kräht und Mrs. Traxel erscheint, um sich bei ihrer Tochter zu erkundigen, wie es gelaufen sei. Doch das Täubchen klagt, dass es allein gelassen wurde – die ganze Nacht. In ihrem scharlachroten Umhang liegt es auf der Bettdecke. Haidee führt aus, dass er ihr eine Halskette gegeben, sie zugedeckt habe und dann verschwunden sei. Der arme kleine Engel, aber die Halskette sei sehr schön, ein Jahressold für ein Regiment!

Hugo kommt mit dem Frühstückstablett herein. Er übermittelt beste Grüße von seiner Exzellenz und einen Gutenmorgengruß. Er hofft, dass die Gnädigste gut geschlafen hat und würde sich freuen, wenn sie sich nach dem Frühstück zu ihm in die Bibliothek begeben würde. Er würde ihr gern eine Bibel zeigen, dessen Einband in wertvolle Edelsteine gefasst ist und einst Kaiser Justinian gehörte. Haidee seufzt, aber Mrs. Traxel atmet hörbar auf. „You will like that angel, an emperor just fancy!“ Mrs. Traxel gibt Hugo ein Zeichen, die Schokolade zu servieren. Sie wird jetzt nach der Schneiderin schicken!

Haidee fragt Hugo, ober er verheiratet ist. Dieser verneint und bestätigt nur, dass er früher schon einige Male verliebt gewesen sei. Sie hatte sich so viel erhofft und singt nun ihr Lieblingslied:

„Oh wird er des Nachts zu mir kommen,
wenn ich allein bin und weine?
Und wird er diesen brennenden Schmerz fortküssen,
wenn ich in seinen Armen schlummere?
Ich sehne mich nach Liebe, brenne nach Liebe,
wenn einer mich zu befreien käme,
gäbe ich ihm alle Liebe, die ich habe ...“

Haidee bittet Hugo sie zu unterweisen. Sie nimmt seine Hand und er greift nach ihr und küsst sie. Die Lichter gehen aus.

NOCTURN 2

Es wird hell und die beiden Lakaien kommen herein. Die Bettvorhänge sind zugezogen. Tooley empört sich in ihrer Gegenwart über Fenney. Was glaubt er eigentlich, wer er sei? Nichts anderes, als ein Kammerdiener, wie wir auch. Wenn der Graf von der Affäre hört, gibt es Mord und Totschlag. Ein Skandal, eine Schande! Allerdings kann man ihr nichts vorwerfen. Sie sieht einen flotten jungen Mann mit der Brust eines Ringkämpfers. Welche Chance hat da der Graf? Und er ist an holder Zweisamkeit nicht einmal interessiert. Für ihn ist sie bloß ein Stück Mobiliar mehr. Er habe sie gestern Abend auf der Galerie wieder tuscheln hören. Und die Nacht davor waren sie hier, in seinem Zimmer, in seinem Bett.

Plötzlich wird der Bettvorhang zurückgezogen. Der Graf hat alles gehört und will nun wissen, wo sie jetzt ist. Tooley schwört, dass er es nicht weiß. Also gut, wenn seine Frau zurückkommt, soll man ihr sagen, dass er nach Verona gereist sei und vor morgen nicht zurück sein wird. Tooley bestätigt, dass er den Befehl ausführen und auch, dass er am Abend die Eingangstür öffnen wird, wenn das Haus dunkel ist. Sie sollen jetzt gehen - alle Protagonisten verlassen die Szene.

NOCTUTURN 3

Es schlägt zwei Uhr nachts. Das Bett ist in Mondlicht getaucht. Hugo liegt schlafend auf der Bettdecke. Haidee liegt zugedeckt neben ihm und schläft ebenfalls. Ihr Kopf ruht an Hugos Schulter. Am Fuß des Bettes liegt ihr Nachtgewand über den scharlachroten Umhang gebreitet. Der Graf kommt herein. Er hat ein langes Messer in der Hand und nähert sich dem Bett. Er beugt sich vor und piekt Hugo in den Hals.

Er herrscht ihn an:

„Steht auf! Und zwar schnell, hört ihr?
Erst sie, dann du.
Du zitterst, du hast Angst.
Dann weck sie auf.
Lass sie sehen, dass du Angst hast.
Küsse sie wach!“

Hugo gehorcht und Haidee erwacht.

Der Graf fährt fort: „Schau ihn dir an, Haidee! Dein tapferer junger Mann hat Angst. Er ist blass und seine Hände zittern.“

„Was wirst Du tun? „Ich werde Euch umbringen!“ Uns umbringen?“ „Euch beide!“ Wo wird er sie treffen, fragt Haidee. An meiner Kehle? Meine Brust oder an meinem Herzen? Der Graf kann sich nicht entschließen, wirft das Messer aufs Bett und wendet sich ab. Die beiden Liebenden schimpfen ihn einen Feigling. Haidee wendet sich an Hugo: Er soll zeigen, dass er keine Angst hat und ihn ihr zuliebe umbringen. Hugo nähert sich dem Grafen. Kann er Spiel und Wirklichkeit noch unterscheiden? Realität und Spiel scheinen ineinander zu verschwimmen.

Jetzt geraten Tovey und Boconnion aneinander. Tovey ist dafür, dass das Spiel abgebrochen wird. Er soll den Mund halten, denn Boconnion will das Ende sehen. Auch Rosalind rebelliert, der Traum sei zum Albtraum geworden. Sherrin wendet sich von der Gruppe am Bett ab. Die anderen Schauspieler tauchen auf und warten, was passieren wird. Sie decken Jenny zu, die auf dem Bett zusammengesunken ist.

Sherrin will wissen, was los ist und Boconnion sagt, dass er sich darum nicht kümmern soll, was Rosalind und Tovey meinen. Die Fronten verhärten sich. Tovey möchte mehr nicht sehen und Rosalind befiehlt, dass man nicht weiter machen soll. Boconnion erklärt Rosalind, dass es nur eine Geschichte sei. Zu echt und zu nahe an der Wahrheit, kommt das Gegenargument. Sherrin meint, dass es schade sei, das Stück nicht zu Ende zu führen, denn die Auflösung hätten sie gewiss anrührend gefunden. Boconnion beharrt auf seiner Meinung und Rosalind und Tovey vertreten unerbittlich ihren Standpunkt, dass Schluss ist mit der Belustigung. Leda entscheidet, dass sie Geschichte unvollendet bleiben. Jenny fällt in Ohnmacht und die Ursache ist allen rätselhaft. Alle drängen sich um sie herum. Was ist Jenny? Sie hat doch gesagt, dass sie sich wohlauf befinde. Das arme Mädchen sei schon seit Tagen krank, offenbart Leda, die Reise durch das Moor sei grausam gewesen. Rosalind, die außerhalb der Schulmedizin etwas von Krankheitsbildern versteht, glaubt, dass Jenny Fieber hat und befühlt ihre Stirn. Sherrin erklärt Oberst Boconnion, dass er den Zwischenfall außerordentlich bedauere. Rosalind bietet ihr ihr Zimmer an – oberer Flur, die letzte Tür. Vielleicht könnten ein paar Leute von der Truppe sie hinauftragen. Mister Tovey wird ihnen den Weg weisen. Sherrin war nicht klar, dass Jenny so krank war. Trim und Fenney folgen Tovey mit der Last nach oben.

Rosalind ist der Ansicht, dass sie schnellstens von hier verschwinden sollten. Sie habe Angst vor diesen Leuten, erklärt sie Boconnion. Was können die schon wissen? In die Nacht hinaus schicken können wir sie nicht! Sie könnten zu einem Bauernhof gelangen und den Leuten signalisieren, dass hier etwas nicht stimme. Er hält dem Mädchen vor, dass es keine Angst hatte, als sie in dem neuen Kleid stolzierte und den gestohlenen Schmuck anlegte. Seine Überheblichkeit wird uns noch alle an den Galgen bringen! Was sollen wir also tun? „Wir machen weiter mit dem Spiel, auf welches wir uns eingelassen haben, Rosalind!“

Rosalind erkundigt sich bei Sherrin wie es Jenny gehe. Sie schläft, der kleine Trim sitze neben ihr. Tooley sucht Händel mit Boconnion. Da es keinen Sinn habe, das Drama fortzusetzen, erkundigt er sich bei ihm, wie es mit einem Schlückchen wäre, um die Gemüter zu beruhigen. Mister Tovey wird einmal nachschauen, ob er etwas auftreiben kann. Tooley entgegnet spitz, dass er sehr wohl gesprochen habe, auf ihn wirke es zivilisiert und christlich. Er hat sich ein Plätzchen oben auf der Veranda gesucht und lässt sich die Flasche hinaufwerfen. Leda bedauert, dass sie das Stück nicht zu Ende spielen können, am Schluss hätte sie eine gute Szene gehabt.

„Wie steht es mit ihrer Dame, Herr Oberst.“ Tooley sei sicher, dass sie sehr begabt sei. Womit kann sie alle amüsieren? Tanzen? Ins Bett plumpsen? Boconnion warnt ihn, dass er seine Zunge hüten soll. „Watch your tongue!“ kommt es bedrohlich von ihm. „What do you want to do? Pistols for two at dawn?“

Tooley wirft Boconnions alte Uniform, die er gefunden hat, nach unten in den Raum. Seinen neuen Mantel sollte er besser noch aufheben. Es stünde dem Kavalleristen besser an, wenn er seinen alten Armeerock trüge. Die Anwesenden sollen die feine Dame einmal fragen, wo sie den Schmuck gefunden hat und wo sie ihr Hemdchen verloren hat! Er hält ein schmuddeliges Unterhemd hoch.

Und für solche Leute haben sie sich abgemüht: ein kleines Dienstmädchen, einen Kavalleristen auf der Flucht und für einen Deserteur, der wegen Mordes gesucht wird. Gestern hat er einen Mann in Launceston umgebracht und heute hat er hier in diesem Haus einen anderen getötet. Sherrin und die anderen bewegen sich bedrohlich auf Boconnion zu. Dieser geht auf die Trophäensammlung an der Wand zu, zieht das Bajonett und erklärt, dass er zwei Kerben auf seiner Seele habe und fragt, wer die dritte sein möchte!

„I have two notches on my soul. Who wants to be the third?“
3. Akt: Boconnion ist es gelungen, die Truppe einzuschüchtern und Leda macht einen Versuch zu schmeicheln, um so die Situation zu verharmlosen. Sie erklärt, dass niemand davon erfahren werde, dass es im Hause eine Leiche gibt. Nur sie wissen es, aber er kann darauf vertrauen – kein Wort zu Fremden kommt über ihre Lippen.

Boconnion will nun wissen, was mit der Kutsche ist. Die Deichsel sei gebrochen und die Pferde haben sie bei den Bäumen am Fuß des Hügels gelassen. Tovey glaubt, dass er in der Lage ist, die Deichsel zu reparieren. Sherrins Frage, was mit ihnen geschehe, bleibt unbeachtet, aber an Tovey geht die Weisung, dass er zur Scheune gehen und trockenes Stroh herbeibringen soll.

Das Haus sei aus Holz und es wird gut brennen wie ein Herbstfeuer. Braxton wird in eine andere Welt hinübersegeln wie ein Wikinger. Und wie bei einem Wikinger wird sein ganzer Besitz ihn begleiten - sein Haus, seine Hunde und sein Mobiliar. Nur das Geld bleibt bei ihm und wandere in seine Tasche. Rosalind soll einen Korb nehmen und ihn mit Schmuck und Silber füllen. Zu den Bräuchen der Wikinger gehörte es, dass ihre Könige in einem langen Begräbnisboot nach Walhalla segelten. Auf dem Boot legten sie Feuer und ließen es lichterloh in den Sonnenuntergang treiben. Es sei üblich gewesen, dass die Diener den König begleiteten, um ihm Gesellschaft zu leisten. Ihr werdet mit Braxton gehen, um den alten Mann zum Lachen zu bringen, legt Boconnion fest.

Was gewinnt er dabei, wenn Boconnion die Leute umbringen wird? Tovey macht Sherrin klar, dass er seine Energie vergeudet, wenn er den Verrückten zur Vernunft bringen will. Doch Boconnion will alle Beweise vernichten. Die Kutsche wird man in einer Entfernung von hundert Meilen finden. Man wird einen alten Mann finden, der in dem Brand vermutlich umgekommen ist. Nach ihnen wird keiner fragen und ihn
selbst wird man mit den Ereignissen nicht in Verbindung bringen.

Tovey macht Meldung, dass alles in Ordnung sei, das Stroh habe er hinter die Galerie gepackt. „Good work!“ Soll er es jetzt anzünden? „No, we must wait till morning!“

Rosalind möchte das Haus sofort verlassen. Sie will dass das Meer sie fortträgt. Den Himmel will sie um Vergebung bitten, dass er das vergangene Verbrechen wegwischt und ihre Sünden vergeben werden

Boconnion meint, dass sie bis zum Morgen warten sollten, denn sie brauchen Tageslicht, um die Deichsel zu reparieren. Nachts sieht man die Flammen zu leicht. Sie soll sich keine Sorgen machen. schnell genug Sie werden essen und trinken und die Spieler werden dafür sorgen, dass die Zeit vergeht. Doch dazu haben die Künstler keine Lust. Fenney, der fesche junge Held, hat doch bestimmt keine Angst vor seinem Bajonett spottet Boconnion. Seit sie sich begegnen platzte er vor Talent und immer spiele er den Helden und bezwingt den Bösewicht. Hier sei er der Bösewicht. Warum will er nicht ihn bezwingen?

Boconnion gibt Trim den Befehl, das Mädchen herunterzubringen. Leda wendet ein, dass man Jenny in Ruhe lassen soll, denn sie habe Fieber. Rosalind wiederholt ihren Wunsch, das Haus sofort verlassen zu wollen. Das Meer soll sie forttragen. Sie appelliert, das Mädchen nicht zu belästigen, was ihr Boconnion als Eifersucht auslegt. Rosalind legt Jenny den scharlachroten Umhang um, doch Boconnion schiebt sie weg und küsst die Verängstigte.

Er befiehlt Tovey die Truppe in den Keller in den Keller zu drängen und dort einzusperren. Das Mädchen bleibt hier oben. Tovey erklärt, den Befehl ausgeführt zu haben. Ihr Anführer könne jetzt den Befehl geben, das Feuer anzuzünden.

Jenny macht Konversation mit Boconnion und erzählt ihm von einer Kutsche mit Leuten, welche die Pest ins Haus gebracht hätten. Das Jagdhorn erklingt weit von Haus entfernt und Boconnion schließt daraus, dass die Truppe entkommen ist. Hatte die Kutsche überhaupt einen Achsenbruch? Boconnion geht auf Jenny zu und hebt das Bajonett. Sie warnt ihn, näher zu kommen. Sie habe überhaupt keine Angst, auch kein Fieber, sondern die Pest. Jenny öffnet ihr scharlachrotes Gewand und zeigt auf der Brust einen schwarzen Fleck. Rosalind schreit auf und Tovey verbirgt sein Gesicht. Das Bajonett fällt Boconnion vor Schreck aus der Hand.

Jenny schließt ihr Gewand wieder und wandert in die Nacht hinaus. Sie singt ihr Lied: „The wind doth blow tonight, my love and a few small drops of rain...“

Das Horn erklingt erneut aus weiter Ferne.
Letzte Änderung am 15. Dezember 2012
Beitrag von Engelbert Hellen

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