Lebenslauf von Joseph Bodin de Boismortier
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Joseph Bodin de Boismortier wurde 1691 in Perpignan geboren. Wie er seine Jugendjahre und die Studienzeit verbrachte ist leider nicht bekannt, allerdings scheint er seine Heimatprovinz ziemlich zeitig verlassen zu haben, um in Paris ansässig zu werden. 1724 begann er seine Werke selbst und regelmäßig zu veröffentlichen. De Boismortier heiratete Marie-Anne Vallete, die ihn überleben sollte und deren Begängnis am 10. Januar 1771 in der Kirche St. Paul stattfand. Als flinker, unermüdlich schaffender Komponist trat de Boismortier zu einer Zeit auf, als man in Paris nur einfache und leichte Musik liebte. Der gewandte Meister zog aus diesem modischen Geschmack nur zu viel Nutzen. Er versuchte sich mit Erfolg in allen Gattungen; wetteiferte mit Rameau in der Ballettoper, mit Mondonville in der Motette für großen Chor, mit Clérambault in der weltlichen Kantate und ließ sich als der fruchtbarste Instrumentalkomponist seiner Zeit feiern. Gewisse Kritiker spöttelten über diese erstaunliche Leichtigkeit seines Schaffens, er aber ließ sie reden und begnügte sich damit, aus der Beliebtheit, deren er sich bei den Dilettanten erfreute, Kapital zu schlagen. Dom Caffiaux berichtet, dass de Boismortier mehr als 50000 écus aus seinen Kompositionen herausgeschlagen hätte, welches in unserer Zeit umgerechnet etwa 5 Millionen Francs ergeben würde. Joseph Bodin de Boismortier war lustig, erfinderisch, liebenswürdig im Umgang, gelegentlich dichterisch, anscheinend aber viel zu zerstreut, um seine Werke selbst dirigieren zu können. 1755 starb de Boismortier in Paris. Noch heute zählen seine Werke vor allem in seiner französischen Heimat zu den am meisten gespielten Kompositionen dieser Zeit. Da auch seine Instrumentationen sehr vital daher kommen, entdecken besonders junge Kammermusikensembles das Oevre immer wieder neu. |
Letzte Änderung am 1. Mai 2004
