Lebenslauf von Emmerich Kálmán
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Am 30.10.1953 stirbt Emmerich Kálmán kurz nach seinem 71. Geburtstag in Paris. Es vollendet sich ein bewegtes Leben. Geboren 1882 am Plattensee, wollte Kálmán eigentlich Pianist werden, gesundheitliche Gründe verhinderten dies. Stattdessen studierte er an der Budapester Musikakademie Komposition; Bartók und Kodály waren unter seinen Kommilitonen. Daneben verdiente sich Kálmán etwas Geld als Musikrezensent bei der größten Tageszeitung der Stadt. Eine enge Freundschaft zum Chefredakteur des Blattes entstand, dem Dramatiker Franz Molnár. Bald gab es erste Aufführungen - nicht von Operetten, sondern von ernsten Werken Kálmáns; so 1904 von der symphonischen Dichtung "Saturnalia" durch das Budapester Symphonieorchester. Kálmáns Bemühungen, für seine ernsten Werke einen Verleger zu finden, blieben jedoch erfolglos. So fiel der Entschluss, ins Operettenfach zu wechseln. 1908 hatte sein Erstlingswerk "Ein Herbstmanöver" in Budapest Premiere. Der Erfolg war enorm. Schon ein Jahr später gelingt Kálmán mit dem "Herbstmanöver" der Aufstieg in den "Operetten-Olymp" der Zeit, das Theater an der Wien. Weitere Operetten, alle uraufgeführt in Wien: Der gute Kamerad (1911), Der Zigeunerprimas (1912), Der kleine König (1912), Gold gab ich für Eisen (1914), Die Csárdásfürstin (1915), Die Faschingsfee (1917), Das Hollandweibchen (1920), Gräfin Mariza (1924), Die Zirkusprinzessin (1926), Die Herzogin von Chicago (1928), Das Veilchen von Montmartre (1930), Der Teufelsreiter (1932). Inzwischen hat Kálmán die junge russische Schauspielerin Vera Makinska geheiratet und ist zweifacher Vater. Zwar verfilmt die UFA 1933 noch die "Csárdásfürstin", doch die nationalsozialistische Machtergreifung ist für den Juden Kálmán und seine Familie ein schicksalhafter Wendepunkt. Aufführungen werden verboten, erst in Deutschland, dann in Österreich. So kommt die Operette "Kaiserin Josephine" 1936 in Zürich zur Uraufführung. Die 1938 mit Richard Tauber in der Hauptrolle geplante Produktion desselben Werkes an der Wiener Staatsoper macht der "Anschluss" Österreichs an Nazi-Deutschland unmöglich. Hatte Kálmán 1934 ein lukratives Angebot aus Hollywood noch ausgeschlagen, so folgt im März 1940 schließlich der unausweichliche Schritt: Mit seiner Frau und inzwischen drei Kindern emigriert Kálmán in die USA. Wie viele andere emigrierte Künstler findet auch Kálmán in den USA Achtung und Respekt, jedoch relativ wenig Verständnis und Begeisterung für seine Kunst. Nach Kriegsende erfährt Kálmán, dass seine beiden Schwestern - anders als der Bruder waren sie in Budapest zurückgeblieben - spurlos verschwunden sind. Seine Gesundheit verschlechtert sich, er erleidet einen Herzinfarkt. Erst 1949 kehrt er mit der Familie nach Europa zurück und lässt sich in Paris nieder. Die Wiederentdeckung seiner Werke ist in vollem Gange, späte Genugtuung und Freude für Emmerich Kálmán. Als er am 30.10.1953 stirbt, steht die Uraufführung seiner letzten Operette "Arizona Lady" noch aus; sie folgt 1954 in Bern. Quelle: Josef Weinberger Musikverlage, FFM |
Letzte Änderung am 1.5.2004
