Gian Francesco Malipiero (1882-1973)

Giulio Cesare

(Julius Cäsar)

Allgemeine Angaben zur Oper:

Titel: Giulio Cesare
Titel deutsch: Julius Cäsar
Titel englisch: Julius Caesar
Titel französisch: Jules César
Entstehungszeit: 1934-35
Uraufführung: 8. Februar 1936 in Genua (Teatro Felice)
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Erstdruck: Mailand: Ricordi, 1936
Bemerkung: Mit seinen dreiunddreißig Opern konnte Francesco Malipiero ein beachtliches Volumen schaffen, aber die Zeiten überdauerte keine davon. Denn seine Tonsprache brachte nichts Neues, und auch in Italien konnte er sich mit der Durchschlagskraft eines Ottorino Respighi nicht messen. Gegen die großen Schatten der Vergangenheit kam er nicht an. Die Musikwelt erwartete Neuerungen und von Malipiero kam nichts dergleichen. Ungalant ausgedrückt - seine Tonsprache war ein wenig zu fade und dem Titelregister fehlt einfach die Verlockung, sich mit dem einzelnen Sujet auseinanderzusetzen.

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[Details]
Giulio Cesare (Line, AAD/m, 1956)
Gian Francesco Malipiero (1882-1974)

Künstler: Anselmo Colzani, Silvana Zanolli, Renato Capecchi, Aldo Bertocci, Saturno Meletti, Afro Poli, Orchestra Sinfonica di Milano della RAI, Nino Sanzogno

Zur Oper:

Art: Oper in drei Akten und sieben Bildern
Libretto: Gian Francesco Malipiero nach William Shakespeare
Sprache: italienisch
Ort: Rom
Zeit: 44 v. Chr.

Personen:

Giulio Cesare / Julius Cäsar: römischer Feldherr (Bariton)
Calpurnia: seine Gattin (Sopran)
Marco Antonio / Marcus Antonius: römischer Politiker und Feldherr (Tenor)
Brutus: ein Verschwörer (Bariton)
Portia: seine Gattin (Sopran)
Octavian: Nachfolger Cäsars als Regent (Tenor)
Weitere: ein Wahrsager (Bariton) - Cassius, Cinna und weitere Verschwörer - Bürger, Militärs, Diener und weitere

Handlung:

1. Akt: Julius Cäsar wäre dem Attentat Mitte März im Jahre 44 vielleicht nicht zum Opfer gefallen, wenn er den Worten des warnenden Wahrsagers Beachtung geschenkt hätte. Dieser hatte ihm zur Vorsicht geraten, denn Verschwörer hätten sich auf die Lauer gelegt, um seine Gesundheit zu bedrohen. Doch Julius Cäsar lustwandelt unbekümmert zum Kapitol und lässt sich von der Volksmenge bejubeln. Politische Motive sind die Gründe, dass Brutus und Cassius denken, Cäsar wolle die Alleinherrschaft an sich reißen. Auch wenn er die Kaiserkrone formell abgeschlagen hatte, glauben sie, dass heuchlerischer Schein über seine wahren Absichten hinwegtäuschen soll. Brutus ist besorgt, dass seine Frau Portia den Mordplan vorzeitig ausplaudert und muss daher behutsam agieren. Die Abwicklung wird in allen Einzelheiten mit den Komplizen überlegt und die Risiken sorgfältig abgewogen - der verhängnisvolle Tag, um die Bluttat umzusetzen, kann herankommen.
2. Akt: Calpurnia, die besorge Gattin, hatte einen schrecklichen Traum und bittet ihren Julius, an dem kritischen Datum nicht in den Senat zu gehen. Manchmal wäre es gut, wenn Politiker auf ihre Frauen hören, damit ein Übel nicht eintritt. Cäsar ist fast geneigt, Calpurnias Wünschen zu entsprechen, doch dann taucht sein Ziehsohn Brutus auf und stimmt ihn um. Das Schicksal nimmt jenen Verlauf, wie es in den Geschichtsbüchern beschrieben steht. Aus einem nichtigen Anlass - die Verweigerung einer Begnadigung ist der Grund - wird Cäsar von den Verschworenen niedergestochen. So ist das, wenn man denkt, Leibwächter seien überflüssig, weil man beliebt ist und deshalb nichts passieren kann.

So wie es sich gehört wird der Ermordete - nachdem der Arzt den Tod amtlich festgestellt und den Zeitpunkt des Ablebens notiert hat - auf dem Forum zünftig aufgebahrt und sein junger Freund Marcus Antonius behält sich vor, das Laudatio zu formulieren.
3. Akt: Wie zynisch er das hinbiegt und mit welcher Raffinesse er die öffentliche Meinung manipuliert, weiß jeder, der seinen Shakespeare studiert hat. Mit fetten Schmeicheleien gibt er sich zunächst den Anschein, als ob er auf Seiten der Verschwörer stünde, um dann den Gehalt seiner perfekten Rhetorik abrupt ins Gegenteil zu drehen. Ohne dass man dies an seiner Wortwahl sogleich erkennen konnte, nimmt er die Bürger Roms gegen Brutus und seine Clique ein. Opernchöre sind meistens wankelmütig und immer bereit, dem Wortführer mit der lautesten Stimme recht zu geben. Dessen Meinung wird geteilt, der sie am geschicktesten ausbreitet. Furchtbare Rache droht nun allen, die am Komplott beteiligt waren. Ein Volksaufstand gruppiert sich, Brutus und Cassius bekommen die Wucht des Hasses am eigenen Leibe zu spüren und bezahlen mit dem Leben.
Letzte Änderung am 23. Dezember 2016
Beitrag von Engelbert Hellen

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