Lebenslauf von Clara Wieck-Schumann

Bild von Clara Wieck-Schumann Clara Wieck-Schumann wurde am 13. September 1819 als zweites Kind des Klavier- und Gesangspädagogen Friedrich Wieck und seiner Ehefrau Mariane Tromlitz, einer Pianistin und Konzertsängerin, in Leipzig geboren.

1824 trennte sich das Ehepaar und Clara blieb bei ihrem Vater, der in Leipzig auch einen Klavierhandel betrieb. Friedrich Wieck setzte sich als Ziel, aus Clara eine bedeutende Klaviervirtuosin zu machen. 1824 begann er mit der pianistischen Ausbildung von Clara, wobei sein Unterricht nie auf bloßes Virtuosentum, sondern vielmehr auf „ein seelenvolles Spiel“ (Berthold Litzmann, Clara Schumann. Ein Künstlerleben nach Tagebüchern und Briefen, Bd. 1, 7. Aufl., Leipzig 1920, S.9) ausgerichtet war und von Anfang an eigene Kompositionsversuche von Clara mit einschloss.

Ab 1827 erhielt Clara musiktheoretischen Unterricht bei dem Thomaskantor Christian Theodor Weinlich und dem Kapellmeister und Opernkomponisten Heinrich Dorn, dessen Unterricht auch Robert Schumann genoss, lernte daneben Violinspiel, Partiturlesen bzw. Instrumentierung und wurde – wenn sie in anderen Städten konzertierte – von hervorragenden Lehrern unterrichtet: So studierte sie Kontrapunkt bei Siegfried Dehn in Berlin bzw. Orchestrierung bei Hofkapellmeister Carl Reißiger sowie Gesang bei Johann Aloys Mieksch in Dresden. Die Allgemeinbildung – vor allem die für eine internationale Karriere wichtigen Fremdsprachen Französisch und Englisch – wurde von privaten Hauslehrern vermittelt. Behutsam von ihrem Vater durch private Hauskonzerte auf den Beruf als Konzertpianistin vorbereitet, hatte Clara am 20. 10. 1828 ihr Gewandhaus-Debüt als Mitwirkende bzw. am 8.11.1830 ihr Gewandhaus-Debüt als Solistin.

1929 spielte sie – ebenfalls in Leipzig – Paganini eine selbstkomponierte Polonaise in Es vor, der sie darauf mit den Worten, sie „habe Beruf zur Kunst, weil (sie) Empfindung hätte“ (Berthold Litzmann, s.o. , S. 17), lobte. In den darauffolgenden Jahren unternahm sie zahlreichen Konzerttourneen, u.a. nach Paris, Berlin und Wien, und galt schon mit 16 Jahren als Pianistin von europäischem Rang.

1840 heiratete sie gegen den Willen ihres Vaters Robert Schumann, lebte mit ihm bis 1844 in Leipzig, bis 1850 in Dresden und ab 1850 in Düsseldorf. Trotz ihrer Pflichten als Ehefrau und Mutter zahlreicher Kinder konzertierte und komponierte sie weiter erfolgreich.

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1854 zog sie 1857 nach Berlin zu ihrer Mutter, die 1825 den Musiklehrer Adolph Bargiel geheiratet hatte, lebte ab 1863 – eine zeitlang in Liasion mit Theodor Kirchner sowie oft besucht von Johannes Brahms, mit dem sie zeitlebens befreundet blieb – auf einem eigens erworbenen Domizil in Lichtental (heute Baden-Baden), zog 1873 wieder nach Berlin, wo sie 1877 mit der Editionsarbeit an der Kritischen Gesamtausgabe der Werke Robert Schumanns begann, und übersiedelte schließlich 1878 nach Frankfurt a. Main, wo sie am dortigen Hoch’schen Konservatorium bis 1892 unterrichtete.

Dazwischen unternahm sie immer wieder ausgedehnte Konzertourneen, hauptsächlich nach England, Holland, Belgien, Österreich und in die Schweiz. 1891 gab sie ihr letztes Konzert in Frankfurt, bei dem sie mit einem Kollegen die Haydn-Variationen für zwei Klaviere von Johannes Brahms spielte.

Clara Schumann starb am 20. Mai 1896 in Frankfurt, ein Jahr vor Johannes Brahms.

Dieter Michael Backes
Letzte Änderung am 19. Januar 2014