Leon Jessel (1871-1942)

Schwarzwaldmädel

Allgemeine Angaben zur Operette:

Titel: Schwarzwaldmädel
Entstehungszeit: 1917
Uraufführung: 25. August 1917 in Berlin (Komische Oper)
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Erstdruck: Berlin: R. Birnbach, 1917

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[Details]
Schwarzwaldmädel (Documents, ADD/m, 1953)
Leon Jessel (1871-1942)

Künstler: Benno Kusche, Marianne Schubart, Gretl Schörg, Hans Lorenz, Ruth Mönch, Gitta Lind, Franz Fehringer, Willy Hofmann, Kölner Rundfunkorchester, Franz Marszalek

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Zur Operette:

Art: Operette in drei Akten
Libretto: August Neidhart
Sprache: deutsch

Personen:

Blasius Römer: Domkapellmeister
Bärbele: eine Vollwaise in seinem Haushalt
Hans: Wandermusiker, Bärbeles Schwarm
Malwine von Hainau: eine lebenslustige Sängerin aus Berlin
Richard: mit Hans befreundet
Hannele: Tochter des Domkapellmeisters
Theobald: Dorfbursche
Jürgen: der Wirt vom „Blauen Ochsen“
Lorle: seine Tochter
Schmusheim: ein Berliner
Weitere: Dorfbewohner

Handlung:

1. Akt: Die Heilige Cäcilie gilt als Schutzpatronin des Dorfes St. Christoph im Schwarzwald. Ihr zu Ehren soll der folgende Tag festlich begangen werden. Blasius Römer, seines Standes Domkapellmeister, ist schon ein bisschen in die Jahre gekommen, aber wenn er das Harmonium spielt, gibt ihm das so richtig Schwung. Unbeabsichtigt mischen sich in seine Choralvorspiele immer wieder Walzerklänge. In Schwung halten ihn auch zwei noch sehr junge Damen, die in seinem Haushalt leben. Da ist einmal die leibliche Tochter Hannele und dann hat er sich des armen Waisenmädchens Bärbele angenommen. Neben der Möglichkeit, im bescheidenen Rahmen Urlaubsgäste bei sich unterzubringen, unterhält der Witwer noch einen kleinen Kostümverleih, der sich auf Volkstrachten spezialisiert.

In die gute Stube kommt Hannele unverhofft hereingestürmt. Im Schlepptau befinden sich Richard und Hans, zwei Burschen, angeblich auf der Walz vom Rhein bis zur Pfalz, in Wirklichkeit aber zwei Freunde aus Berlin. Hans ist auf der Flucht vor seiner Verlobten Malwine, die ihm so richtig auf die Nerven geht. Malwine ist über die Maßen selbstbewusst und sehr anhänglich. Sie hat sich an die Fersen der beiden geheftet und nimmt sich vor, sich nicht abschütteln zu lassen. In Begleitung des Ochsenwirtes erscheint sie in der Herberge, in der auch Hans und Richard abgestiegen sind, um ein Schwarzwaldkostüm anzuprobieren. Von Malwine befürwortet, bekommt auch das Bärbele eine Festtracht ausgeliehen. Der Bollenhut ist ihr ein bisschen zu groß, aber das macht nichts. Die von den Dorfbewohnern eine wenig Herumgestoßene ist so erfreut, dass sie sich mit einem Küsschen bei dem alten Herrn bedankt.

Richard und Hans sind auf Frauen nicht gut zu sprechen und schimpfen: „Alle Weiber sind ein Übel“, was aber Blasius Römer in Abrede stellt und sie verteidigt. Richard kritisiert die Verlobte des Freundes, denn er hat etliches an ihr auszusetzen. Malwine, ach Malwine, sie ist wie eine Biene. Naht man sich ihr von Weitem bloß, dann geht sie los. Malwine beabsichtigt Hans eins auswischen, um ihn eifersüchtig zu machen und zeigt sich Richard zugeneigt. Lorle möchte ihrem Schatz emotional auch ein wenig näher kommen, doch Theobald traut sich nicht.
2. Akt: Das Küsschen vom Bärbele hat dem Herrn Domkapellmeister emotional doch ein bisschen zugesetzt. Er spürt Frühlingsgefühle, obwohl er bereits im Herbst seines Lebens angekommen ist. Bärbele möchte auf dem Fest gern mit ihm tanzen. Es erklingen zum Tanze die Geigen, aber Blasius kann sich nicht entschließen, mit seinem Mündel in aller Öffentlichkeit den Walzerschritt zu vollziehen. Frivoles Benehmen und die Würde seines Amtes sind mit theologischen Grundsätzen nicht in Einklang zu bringen. Das ist auch gut so, denn Bärbele hat bemerkt, dass Hans sie aufmerksam betrachtet. Malwine hält Richard in ihrem Spinnennetz gefangen.

Die Dorfbuben sind Rüpel, denn sie versuchen, Bärbele aus nicht nachvollziehbaren Motiven den Weg zur Tanzfläche zu versperren. Hans bietet der Vollwaise wirksamen Schutz und löst damit eine Schlägerei aus. Die meiste Prügel müssen allerdings der Ochsenwirt und der ortsfremde Schmusheim einstecken.
3. Akt: Durchaus nachvollziehbar, dass der Ochsenwirt sich als Ortsvorsteher respektloses Verhalten nicht bieten lassen möchte. Seine Ermittlungen, den Anstifter der Schlägerei ausfindig zu machen, verlaufen jedoch im Sande. Malwine ist mit Richard, der auch viel besser als der verträumte Hans zur Lebenslustigen passt, einiggeworden, den Bund fürs Leben zu schließen. Das Bärbele gelangt überraschend in den Besitz einer Erbschaft. Als Mädel aus dem schwarzen Wald würde sie in Berlin mit dem gewohnten Rufnamen doch ein bisschen auffallen - und wird sich Barbara nennen. Lorle ist mit Theobald ein paar Schritte voran gekommen. Der Herr Domkapellmeister geht leer aus, aber als Trost bleibt ihm sein Harmonium.
Letzte Änderung am 22. Oktober 2007
Beitrag von Engelbert Hellen

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