György Ligeti (1923-2006)

Le Grand Macabre

Allgemeine Angaben zur Oper:

Titel: Le Grand Macabre
Entstehungszeit: 1978, rev. 1996
Uraufführung: 12. April 1978 in Stockholm (Königliches Theater)
Besetzung: Soli, Knabenchor, großer gemischter Chor und Orchester
Erstdruck: Mainz: B. Schott's Söhne, 1978
Verlag: Mainz, New York: Schott, 1996
Mainz, New York: Schott, 2003
Bemerkung: Das Stück steckt voller Absurditäten, Anspielungen, Grobheiten, Grotesken, derbem Witz und Respektlosigkeiten. Das Orchester wurde um Percussions und Tasteninstrumente erweitert. Sprechtexte, extreme Koloraturarien, Slapstick, rhythmisch extrem komplizierte Ensembles und kabarettartige Szenen wechseln in rascher Folge. Ligeti bekannte, dass er bei der Entstehung „hinsichtlich der realen (und oft enttäuschend groben) Bedingungen des Opernbetriebes ziemlich naiv gewesen sei“. Deshalb überarbeitete er 1997 sein Opus.

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[Details]
Le Grand Macabre (Wergo, ADD, 79)
György Ligeti (1923-2006)

H. Lück in FonoForum 11 / 91:"Die stimmige Vielschichtigkeit Ligetis hat Elgar Howarth in dieser live mitgeschnittenen konzertanten Aufnahme gut aufgefangen und spannungsreich verwirklicht."

Zur Oper:

Art: Oper in 2 Akten
Libretto: Michael Meschke und György Ligeti nach "La balade du Grand Macabre" von Michel de Ghelderode
Sprache: deutsch
Ort: Fürstentum Breughelland
Zeit: im soundsovielten Jahrhundert

Personen:

Amanda: (Sopran)
Amando: (Mezzosopran)
Piet vom Faß: (Tenor)
Nekrotzar: (Bariton)
Astradamors: Hofastrologe (Bass)
Mescalina: seine Frau (Sopran)
Venus: (Sopran)
Fürst Gogo: (Sopran)
Weitere: ein schwarzer Minister und ein weißer Minister (Sprechrollen), der Chef der Gepopo, der Geheimen Politischen Polizei (Sopran), Ruffiak (Bariton), Schobiak (Bariton), Schabernak (Bariton)

Handlung:

Piet vom Faß erscheint, trinkend betrunken, genüsslich diverse Lebensgeräusche von sich gebend. Dabei beobachtet er das ungenierte Liebesspiel von Amanda und Amando. Nekrotzar, der personifizierte Tod, erscheint und verkündet das nahe Ende der Welt. In Piet von Faß findet er einen Gefolgsmann auf seinem düsteren Weg. Das Liebespaar setzt das gemeinsame Liebesspiel in einem Grab fort.

Im nächsten Bild wird der devote Hofastrologe Astradamors von seiner geilen Frau Mescalina in sadomasochistischen Spielchen mit der Peitsche traktiert. Mit seinem Fernrohr entdeckt er einen Kometen, der um Mitternacht die Erde treffen und sie vernichten wird. Mescalina schläft ein und bittet Venus im Traum um einen gut bestückten Mann; da erscheinen Nekrotzar und Piet vom Faß. Nekrotzar bestätigt Astradamors Vorhersage und vergewaltigt dessen Frau, die daraufhin stirbt. Astradamors freut sich an seiner wieder gewonnenen Freiheit. Die beiden anderen ziehen weiter zum Fürstenhof. Mescalina folgt als Zombie.

Am Fürstenhof ist Fürst Gogo von seinen zerstrittenen Ministern umgeben. Sie schwanken zwischen überhöhten Forderungen und Rücktrittsdrohungen. Der Chef der Gepopo berichtet von der Ankunft Nekrotzars, der überall den nahen Untergang der Welt verkündet. Nekrotzar erscheint am Hof. Astradamors und Piet vom Faß betrinken sich mit Nekrotzar. Sie glauben Menschenblut zu trinken. Mit einem gewaltigen Donner schlägt der Komet ein. Blitze zucken durch die plötzliche Dunkelheit. Ruhe.

Allmählich kommen alle wieder zu sich. Piet vom Faß und Astradamors wähnen sich tot, dem Himmel zuschwebend. Doch sie müssen feststellen, dass sie Durst haben, also leben. Auch Fürst Gogo wacht verkatert auf. Nekrotzar ist enttäuscht, die Welt nicht vernichtet zu haben. Er wird an den Pranger gestellt. Amando und sein Liebchen Amanda, die die ganze Aufregung bei einem Schäferstündchen in einem frisch ausgehobenen Grab (wo sonst?) verpasst haben, haben die Lösung parat: seid lieb zueinander, solange ihr lebt!

Letzte Änderung am 19. Februar 2010
Beitrag von Uwe Rott

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