Sergei Sergejewitsch Prokofjew (1891-1953)

Aleksandr Newski [Александр Невский]

(Alexander Newski)

Allgemeine Angaben zur Kantate:

Titel russisch: Aleksandr Newski [Александр Невский]
Titel deutsch: Alexander Newski
Titel englisch: Alexander Nevsky
Titel französisch: Alexandre Nevski
Entstehungszeit: 1938-39
Uraufführung: 17. Mai 1939 in Moskau
Besetzung: Mezzosopran, gemischter Chor und Orchester
Spieldauer: ca. 45 Minuten
Verlag: Leipzig, Frankfurt, New York: C.F. Peters, 1991
Bemerkung: Der Kantate liegt die klassische Verfilmung von Sergei Eisenstein zugrunde, zu der Sergei Prokofjew die Musik schrieb. Die musikalische Essenz des Films wird in sieben Sätzen eingefangen, die dem chronologischen Handlungsverlauf folgen. In den Konzertsälen der Welt ist die Kantate häufig zu hören.

Im Jahre 1939 erstmals zur Aufführung gebracht, ist die Botschaft, die Finger von der russischen Nation zu lassen, unmissverständlich. Die Machthaber der Zeit, welche ihre Souveränität missachten, werden zu bereuen haben.
Opus: op. 78

Kaufempfehlung:

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[Details]
Alexander Newski-Kantate op.78 (DGG, ADD, 79/77)
Serge Prokofieff (1891-1953)

K. Breh in stereoplay 4 / 87:"Hervorragend klin- gende und faszinierend interpretierte, sehr ein- gängige Werke Prokofieffs." FonoForum 4 / 85: "Abbado badet nicht im Herzblut der Musik, sondern stellt sie diszipliniert-akribisch dar, ohne ihr etwas an Kraft und Impulsfreudigkeit schuldig zu bleiben."

Zur Kantate:

Art: Kantate in sieben Sätzen
Text: V. Lugowskoi und Sergei Prokofjew
Sprache: russisch
Ort: Russland
Zeit: 13. Jahrhundert

Handlung:

1. Russland unter dem Joch der Mongolen

Die russischen Fürstentümer waren mit Rivalitätskämpfen beschäftigt und nicht in der Lage, ihre militärischen Kräfte zu bündeln. Der Widerstand war gering und so konnten die Reiter aus dem Osten unablässig die Grenzen überschreiten, die Städte plündern und reichlich Beute machen. Russland stöhnte unter dem Joch der Mongolen.

2. Lied über Alexander Newski

Vorher waren es die Schweden, denen ihre Großmachtgelüste ausgetrieben werden mussten. In der Absicht, die Städte in Besitz zu nehmen, kamen ihre stolzen Schiffe über den großen Newa-Fluss. Das Lied von Alexander Newski berichtet, wie das russische Volk ihre wehrhafte Flotte zerschlug. Die Lanzen flogen und der Weg war gebahnt. Die Streitaxt schlug zu und reduzierte der Feinde Zahl. Um das Vaterland zu schützen wurde das rote Blut nicht geschont.

Das große Nowgorod hatte zum Kampf gerüstet und war siegreich aus der Schlacht hervorgegangen. Der Männerchor berichtet, dass die Schweden wie das Getreide auf den dürren Feldern niedergemäht wurden. So geht es allen, die in unredlicher Absicht nach Russland kommen.
Das Vaterland wird nicht preisgegeben.

3. Die Kreuzritter in Pskow

Gefahr droht auch aus dem Westen. Das Heer der Deutschritter ist in Russland eingefallen. Im Heiligen Land war die Henkersarbeit getan. Jetzt zog die Ritterschar im Namen des Kreuzes plündernd und mordend durch Russland. Städte und Dörfer wurden niedergebrannt. Die Eroberung der Stadt Pskow verlief besonders verlustreich.

4. Erhebt euch, Menschen Russlands

Das große Russenland duldet keinen Feind. Nach Russland darf der Feind nicht gehen, und in Russland darf der Feind nicht stehen, weil Mütterchen Russland sich dann erhebt. Die kühnen Kämpfer werden mit Preis und Ehre belohnt, während die Toten auf ewigen Ruhm hoffen dürfen.

5. Die Schlacht auf dem Eis

Die Schlacht auf dem vereisten Peipu-See vom 5. April 1242 bildet den zentralen Teil der Kantate.
Unter der Last von Mensch und Material bricht die dünne Eisdecke und das feindliche Heer versinkt im See. Musikalisch prallt russische Folklore auf den Choralgesang der Kreuzritter. Die patriotischen Gesänge gewinnen schließlich die Oberhand gegen das verhasste Latein. Auf diese Weise symbolisiert die Musik den Ablauf des kriegerischen Geschehens und reißt den Konzertbesucher mit. In der Realität ist es Alexander Newski, der Fürst von Nowgorod, dessen Strategie sich durchsetzt. Der Mut des russischen Heeres bringt den Sieg.

6. Das Totenfeld

Ein junges Mädchen irrt über das Schlachtfeld und beklagt die vielen Gefallenen. Der eine liegt stumm, weil der tödliche Pfeil ihn traf, und einen anderen hat das Schwert gefällt. Das rote Blut ist teilweise noch warm. Der Preis zur Befreiung des Vaterlandes war hoch. Nur Tapferkeit kann das Vaterland schützen. Deshalb möchte das Mädchen auch keinen Mann freien, der schön ist, denn irdische Schönheit schwindet. Wehrhaft muss er sein! Dem Toten wird sie die Augen küssen und dem jungen Helden die Gattin sein. Sie wünscht sich einen kühnen Falken.

7. Einzug Alexanders in Pskow

Alexanders Einzug in Pskow wird überschwänglich gefeiert. Russland hat den Feind besiegt. Das Heimatland widersetzt sich jedem Okkupanten. Wer sich feindlich nähert, darf seinen Tod einkalkulieren. Mütterchen Russland soll sich schmücken und das große Fest feierlich begehen.

Letzte Änderung am 26. Dezember 2016
Beitrag von Engelbert Hellen

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