Francesco Geminiani (1687-1762)

La Foresta incantata

(Der Zauberwald)

Allgemeine Angaben zum Ballett:

Titel: La Foresta incantata
Titel deutsch: Der Zauberwald
Titel englisch: The Enchanted Forest
Titel französisch: La Forêt enchantée
Entstehungszeit: 1754
Uraufführung: 1754 in Paris (Grand Théâre de Tuilleries unter Giovanni Niccolò Servandoni)
Besetzung: Orchester
Erstdruck: London: J. Johnson, 1755 ?
Bemerkung: Konzertant wird das Ballett meistens in zwei Teilen und einem Finale gegeben. Als Rohmaterial für die Pantomime dienen zwei Concerti grossi. Die Uraufführung in Paris war trotz erheblichem Materialaufwand ein Misserfolg. „Der Zauberwald“ ist die inhaltliche Fortsetzung von Monteverdis „Il Combatimento di Tancredi e Clorinda“.

Bis in die Gegenwart hinein benutzten Komponisten aller Schulen Tassos „Befreites Jerusalem“ für Szenarien zu Oper und Ballett.

Zum Ballett:

Art: Ballettpantomime in fünf Akten
Libretto: frei nach Torquato Tassos „Gerusalemme liberata“ (13. und 18. Gesang)

Personen:

Ismeno: Widersacher der Kreuzritter, Hexenmeister
Armida: wohlbekannte Zauberin
Rinaldo: Kreuzritter, Armida verfallen
Gottfried von Bouillon: Anführer der Kreuzfahrer
Tancredi: erfolgloser Kreuzritter
Alkastos: Kampfgefährte der Kreuzritter
Peter: ein Eremit, um Regen bemüht
Weitere: Nymphen, Zyklopen, Feuerdämonen

Handlung:

1. Akt: Hexen und Geister feiern ein Bacchanal in dem Wald Saron vor den Toren Jerusalems, den der berüchtigte Zauberer Ismeno verhext hat. Bei Einsetzen der Dämmerung beginnen schon die Umtriebe. Unbefugtes Eindringen zum Holzschlagen ist unerwünscht, weil der Spuk sich ungehindert entfalten möchte.
2. Akt: In der Moschee von Jerusalem findet eine Beratung statt, wie man sich gegen die eingedrungenen Kreuzfahrer erfolgreich zur Wehr setzen kann. Ismeno kann erste Resultate melden.
3. Akt: Die Christen beabsichtigen, bei Tagesanbruch in dem Wald Bäume zu fällen. Mit den Stämmen wollen sie eine neue Belagerungsmaschine bauen, denn die alte wurde von feindlicher Seite in Brand gesetzt Es gibt Probleme, denn in den Bäumen haben Geister und sonstiger Spuk Wohnung bezogen. Alkastos wird am Vordringen gehindert. Er sieht eine brennende Wand auf sich zu kommen. Gegen Hitze sind Dämonen unempfindlich, die christlichen Ritter klagen dagegen über Atemnot. Die extreme Hitze macht ihnen zu schaffen. Der Durst ist unerträglich. Es droht ein Aufstand.
4. Akt: Armida hatte Rinaldo durch ihre Zauberkunst mit Liebesfesseln an sich gebunden. Gewaltsam muss er dem Führer des Kreuzzuges, Gottfried von Bouillon, vorgeführt werden. Dieser verzeiht ihm sein Laster, weil er ihn für eine Mission benötigt. Von einem Engel hat Gottfried einst eine Wunderwaffe erhalten. Diese bekommt nun Rinaldo in die Hand, um mit dem heiligen Schwert den Wald von den Dämonen zu befreien, die Ismeno dort angesiedelt hat. Tancredi hatte bereits einen Versuch unternommen, aber versagt. Rinaldo bekommt Hilfe durch den Eremiten Peter, der die Hände zum Gebet erhebt, damit der Herr im Himmel es regnen lasse. Das Gebet wird erhört, die Flammenwand verschwindet. Nun schöpfen die Soldaten wieder Mut und sind kampfbereit.
5. Akt: Armida ist nicht geneigt, auf den Liebsten zu verzichten. Als Rinaldo einen Myrtenbaum fällen will, sitzt Armida in der Krone und entrüstet sich. Nymphen umschweben Rinaldo, um ihn abzulenken und zur Liebeslust zu verleiten. Die Eifrigen können gegen den Heldenmut des christlichen Ritters nichts ausrichten. Es scheint, dass er gegen Störmanöver dieser Art gewappnet ist. Jetzt bringt Armida Zyklopen zum Einsatz. Aber das Zauberschwert Rinaldos schlägt alle in die Flucht. Der Baum wird umgehackt, verliert seine Zauberkraft und das Holz kann jetzt für die neue Belagerungsmaschine zum Einsatz gebracht werden. Die Siegesfeier gestaltet sich zum prachtvollen Finale.
Letzte Änderung am 6. Oktober 2007
Beitrag von Engelbert Hellen

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