Christoph Willibald Gluck (1714-1787)

Don Juan, ou Le Festin de Pierre

(Don Juan oder Das Fest der Steine)

Allgemeine Angaben zum Ballett:

Titel: Don Juan, ou Le Festin de Pierre
Titel deutsch: Don Juan oder Das Fest der Steine
Entstehungszeit: 1761
Uraufführung: 17. Oktober 1761 am Burgtheater in Wien
Choreographie: Gasparo Anglioni
Bühnenbild: Giulie Quaglio
Ausführende: Gasparo Anglioni als Don Juan
Besetzung: Orchester
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Verlag: Mainz: Schott, 1970
Bemerkung: Anglionis Meisterwerk gilt mit durchgehendem Handlungsfaden als erstes pantomimisches Ballett der Musikgeschichte. Wien war in der Mitte des 18. Jahrhunderts ein Zentrum der Ballettkunst. Inszenierungen in neuem Stil mit geändertem Handlungsablauf schufen in neuerer Zeit Michel Fokine und John Neumeier. Die Musik hält den Vergleich mit den großen Reformopern Glucks nicht stand. Das Finale des Balletts feiert als Furientanz in der Oper „Orpheus und Euridice“ glorreiche Auferstehung.

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[Details]
Don Juan - Ballettmusik (Bayer, DDD, 89)
Christoph Willibald Gluck (1714-1787)

Künstler: Arcata-Ensemble Stuttgart, Strub

Zum Ballett:

Art: Ballettpantomime in vier Akten
Libretto: Gasparo Anglioni nach Molière und Tirso de Molina
Ort: Spanien
Zeit: 17. Jahrhundert

Personen:

Don Juan
Donna Elvira
Zerlina
Der Komtur
Leporello

Handlung:

1. Akt: SINFONIA

1. GRAZIOSO: Don Juan kommt mit Musikanten
2. ANDANTE: Don Juan bringt Donna Elvira ein Ständchen
3. ALLEGRO MAESTOSO: Er geht in das Haus des Komturs, um Elvira zu entführen
4. ALLEGRO FURIOSO: Der Komtur überrascht die beiden
5. ALLEGRO FORTE RISOLUTO – ANDANTE – ALLEGRETTO: Zweikampf, der Komtur wird tödlich verwundet
6. RISOLUTO MODERATO: Der Komtur verflucht Don Juan und stirbt

Um es gleich vorwegzunehmen, im Gegensatz zur Mozart-Oper wird die Partie der Donna Anna von Donna Elvira übernommen. Sie ist die Tochter des Komturs und lässt Don Juan ins Haus, weil sein Ständchen ihr doch sehr gefallen hat. Der Komtur überrascht beide beim zärtlichen Beisammensein und sieht die Familienehre gefährdet. Es kommt zum Duell zwischen Vater und Liebhaber, bei dem der Betagte den Kürzeren zieht. Tödlich verwundet verflucht er den Eindringling, was die geknickte Donna Elvira aber nicht davon abhält, sich an seine Fersen zu heften.
2. Akt: 7. GAVOTTE: Don Juan sucht neue Abenteuer. Er ist begleitet von Leporello und Zerline
8. BRILLANTE: Ländliches Fest, Tanz der Bauern
9. ALEGRETTO: Tanz der Mädchen
10. MODERATO: Don Juans Werbung um Zerline
11. GIUSTO: Beide tanzen ein Menuett
12. ALLEGRO – PRESTO: Allgemeiner bäuerlicher Tanz, der durch ein Gewitter unterbrochen wird
13. ANDANTE GRAZIOSO: Don Juan versucht Zerline zu verführen, aber Donna Elvira tritt dazwischen
14. ANDANTE: Vergebens sucht Don Juan Donna Elvira zu besänftigen
15. PRESTO: Elviras Tanz schildert die Wut der verschmähten Frau
16. ALLEGRETTO – PRESTO – ALLEGRETTO: Don Juan und Leporello spotten über das geisterhafte Gewitter und die Warnung des Himmels

Don Juan ist seinem Ruf als Frauenheld verpflichtet und vernascht, was ihm über den Weg läuft. Zu den Festlichkeiten in seinem Palast ist überraschenderweise auch Donna Elvira anwesend. Vermutlich handelt es sich um ein Erntefest, weil die überwiegende Zahl der Gäste sich aus Landbevölkerung zusammensetzt. Die kesse Zerline ist nicht abgeneigt, dem werbenden Edelmann ihre Gunst zu schenken, stößt aber auf den energischen Widerstand von Donna Elvira. Die Erzürnte muss besänftigt werden, was dem Frauenhelden diesmal nicht leicht fällt. Die Edeldame fühlt sich zu Gunsten eines drallen Bauernmädchens verschmäht und äußert ihre Wut in einem Furientanz eigenwilliger Prägung. Ein Gewitter kündigt sich an und lässt drohendes Unheil erahnen.
3. Akt: 17. ANDANTE: Ballettsaal in Don Juans Schloss. Noch ist alles finster. Düstere Vorahnung des Kommenden
18. ALLEGRO GIUSTO: Don Juan tritt festlich gekleidet mit seinen Gästen auf
19. MODERATO: Fandango, allgemeiner Tanz
20. MODERATO: Tanz der Gäste
21. GRAZIOSO: Tanz Don Juan – Elvira
22. ALLEGRETTO: Forlana, allgemeiner Tanz
23. MODERATO PRESTP: Der steinerne Gast klopft an die Pforte, Leporello öffnet wiederstrebend, die Gäste fliehen
24. RISOLUTO E MODERATO: Don Juan lädt den Komtur zum Abendessen ein. Dieser aber fordert Don Juan auf, an seinem Grabmal zu dinieren. Die Musik schildert sein Schwanken zwischen Prahlerei und Furcht
25. ALLEGRO: Die Gäste kehren zögernd zurück, aber Don Juan ist unbekümmert
26. ANDANTE STACCATO: Don Juan und Leporello, der sich entschieden weigert, ihn zum Grab des Komturs zu begleiten
27. ALLEGRO: Leporello allein, schildert pantomimisch seine Meinung von Don Juan
28. ALLEGRETTO „Pizzicato“-Polka. Leporello entschließt sich, seinen Herrn zu verlassen

Don Juan und Donna Elvira vertragen sich wieder und tanzen sogar gemeinsam einen Pas de deux. Doch dem Vater lässt es ihm Grabe keine Ruhe und sieht in Don Juan den Verführer seiner Tochter. Er kleidet sich in seine eigene Statue und macht sich auf zum Schloss des Ganoven. Durch nachdrückliches Klopfen an die Pforte begehrt er Einlass, so dass Leporello nichts anderes übrig bleibt, als mit schlotternden Knien die Tür zu öffnen. Die Gäste flüchten beim Anblick des wandelnden Standbildes, doch Juan zeigt Gelassenheit und lädt die Figur zum Nachtmahl ein. Diese macht einen Gegenvorschlag und betont, dass er bereits gekocht habe und der Tisch für zwei Personen in seiner Grabkammer gedeckt sei. Don Juan hat Sinn für Humor und nimmt die Einladung an. Leporello weigert sich mitzukommen und will nicht servieren, weil ihm Geisterküchen suspekt sind. In einer Pantomime drückt er aus, was er von seinem Herrn hält und entschließt sich, fristlos zu kündigen.
4. Akt: 29. LARGHETTO: Schluss-Szene am Grab des Komturs. Dieser ergreift Don Juans Hand und mahnt ihn zur Reue, aber Don Juan verachtet die Drohung
30. ALLEGRO NON TROPPO: (Chanconne) Die Pforten der Hölle öffnen sich. Tanz der Teufel und Erdbeben. Don Juan wird von der Erde verschluckt. Danach ertönen Trompeten und Posaunen. Das Orchester beruhigt sich.

Don Juan erscheint auf dem Friedhof. Von einem festlichen Diner in der Grabkammer ist allerdings nichts zu sehen. Der Komtur ergreift seine Hand und ermahnt den Wüstling zur sexuellen Enthaltsamkeit. Dieser ist der Ansicht, dass dem Gespenst sein Liebesleben nichts angehe und zeigt weder Bußfertigkeit noch Reue! Der Teufel soll den Sünder holen! Unter dem Klang von Pauken und Trompeten ist er zur Stelle. Unter viel Lärm im Orchestergraben öffnen sich die Pforten der Hölle, um den uneinsichtigen Sünder zu verschlingen. Danach kehrt Ruhe ein, und der Vorhang fällt.
Letzte Änderung am 3. November 2012
Beitrag von Engelbert Hellen

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