Ottorino Respighi (1879-1936)

La Boutique fantasque

(Der Zauberladen)

Allgemeine Angaben zum Ballett:

Titel: La Boutique fantasque
Titel deutsch: Der Zauberladen
Entstehungszeit: 1918
Uraufführung: 5. Juni 1919 in London (Alhambra Theater)
Choreographie: Léonide Massine
Formation: Serge Diaghilews Ballets Russes
Ausstattung: André Derain
Ausführende: Lydia Lopokowa, Stanislas Idzikowsky, Léon Woizikowski, Enrico Cecchetti
Besetzung: Orchester
Erstdruck: London: Chester, 1919
Verlag: Boca Raton, Fla.: E.F. Kalmus, 1995
Bemerkung: Die Inspiration gab das Ballett „Die Puppenfee“ von Joseph Bayer. Tanzende Puppen sind auch „Coppelia“ von Léo Delibes und „Petruschka“ von Igor Strawinski. Ottorino Respighi verstand hinreißend zu instrumentieren und bearbeitete die unwichtigen Klavierstücke von Rossini, um eine erheiternde Partitur für ein Ballett zu schaffen. Serge Diaghilews berühmte Truppe und sein Startänzer und Choreograph Léonide Massine verschafften dem Ballett Weltgeltung. Wichtige Stationen waren 1935 New York, Covent Garden mit dem Sadler’s Wells Ballet 1947 und Rotterdam mit dem Nederlands Dans Theater 1958 in Umarbeitungen mit anderen Choreographien.
Opus: P 120

Kaufempfehlung:

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[Details]
La Boutique fantasque-Ballett nach Rossini (Chandos, DDD, 02)
Ottorino Respighi (1879-1936)

W. Pfister in FonoForum 11 / 03: »Die vorliegende Neueinspielung betont den verspielten Charakter dieser Partituren und zeichnet sich durch eine schön abgestufte Klangfarbenpalette aus. Als Bonus ein Orgelwerk von Bach in Respighis Orchestergewand.«

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Zum Ballett:

Art: Ballett in einem Akt (nach Klavierstücken von Rossini)
Libretto: Léonide Massine
Ort: Nizza
Zeit: 19. Jahrhundert

Personen:

Der Inhaber eines Puppengeschäfts
Seine Kundschaft
Seine Puppen, die nachts lebendig werden

Handlung:

Mitte des 19. Jahrhunderts war die Riviera bereits touristischer Anziehungspunkt. In Nizza hatte ein Puppenmacher ein Geschäft, welches von Menschen aller Nationen und unterschiedlichen Standes eifrig besucht wurde. Es waren keine einfachen Puppen, die nur aus Stoff und Füllmaterial bestanden, die der Puppenmacher herstellte, sondern kleine mechanische Spielzeuge, die sprechen, sich bewegen und sogar tanzen konnten. Es gab Kosaken, Mohren, Melonenverkäufer und die Figuren des Kartenspiels wie König, Dame und Bube. Besonders hübsch anzusehen war ein Paar, welches Cancan tanzen konnte. Der geschäftliche Ablauf sieht vor, dass die Kunden zunächst bezahlen und am nächsten Tag wiederkommen, um das Geschenk in einer Pappschachtel, schön verpackt mit Bändern und Girlanden umwunden, abzuholen. Dem Geschäftsinhaber fällt es sehr schwer, sich von seinen Wunderwerken zu trennen. Auf Wunsch wird das Paket auch durch Boten zugestellt.

Was niemand weiß: Die Puppen haben auch eine Seele, die der Abschiedsschmerz jedes Mal hart trifft, wenn Gespielen verkauft werden und in die Fremde ziehen müssen. Nachts steigen die Puppen aus Schachteln und Vitrinen, um noch einmal ausgelassen Abschied zu feiern. Besonders traurig: das Cancan-Paar hat einen Käufer gefunden und wird mit dem Schiff über den Ozean reisen. Das ist zuviel für die kleine Gesellschaft, und man denkt an Sabotage. Die Stimmung ist jedoch nicht restlos verdorben und man tanzt noch einmal nach Herzenslust.

Als am nächsten Morgen die Kunden kommen, um ihre Schachteln abzuholen, sind diese leer. Sie fühlen sich betrogen und randalieren. Die Puppen, die sich versteckt hatten, kommen plötzlich hervor, und gemeinsam mit dem Ladeninhaber werden die Ruhestörer unter Anführung des Kosakenhauptmanns vertrieben. Mit dem strategischen Erfolg ist man höchst zufrieden, und vergnügt tanzen die Puppen gemeinsam mit dem Ladenbesitzer. Juristisch ist ein solches Vorgehen allerdings höchst bedenklich, denn wenn jemand eine Ware kauft und bezahlt hat, darf er diese auch mitnehmen.

Letzte Änderung am 25. Oktober 2008
Veröffentlichung mit Zustimmung von musirony

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