Franz Schubert (1797-1828)

Die Advokaten

Allgemeine Angaben zum Werk:

Titel: Die Advokaten
Entstehungszeit: 1812
Opus: op. 74: Die Advokaten
D 37

Kaufempfehlung:

CD: Klassika CD-Kaufempfehlung bei jpc
[Details]
Sämtliche Lieder 12 (Hyperion, DDD, 1991)
Franz Schubert (1797-1828)

H. Schönegger in FonoForum 5 / 92:"Man lernt einen idiomatisch deutsch singenden Tenor (hell, schlank, sehr gefestigt) kennen, der seine Eignung für dramatisches Gestalten mit deklamatorischer Sorgfalt, Kultur und Sensi- bilität verbindet. Klangbild ausgezeichnet."

Text:

Textdichter: Eduard von Rustenfeld (Baron Engelhart)
Sprache: deutsch
Liedtext: 1. Advocat:
Mein Herr, ich komm' mich anzufragen,
Ob denn der Herr Sempronius
Schon die Expensen abgetragen,
Die er an mich bezahlen muß.

2. Advocat:
Noch hab' ich nichts von ihm bekommen,
Doch kommt er heute selbst zu mir,
Da soll er uns nicht mehr entkommen,
Ich bitt', erwarten sie ihn hier.

1. Advocat:
Die Expenses zu saldiren
Ist der Partheien erste Pflicht.

2. Advocat:
Sonst geht es neu an's Prozessiren
Und das behagt den meisten nicht.

Beide Advocaten:
O Justitia praestantissima,
Die, wenn sie manchem bitter ist,
Doch der Doktoren nie vergißt.

2. Advocat:
Jetzt trinken wir ein Gläschen Wein,
Doch still, man klopft,
Wer ist's? herein!

Sempronius:
Ich bin der Herr Sempronius,
Komm gred' vom Land herein,
Die Reise machte ich zu Fuß,
Ich muß wohl sparsam sein,
Denn ich hab's leider auch probiert,
Und hab' ein Weilchen prozessiert.

Beide Advocaten:
Mein Herr, wir suppliciren,
Die Nota zu saldiren.

Sempronius:
Ei, ei, Geduld, ich weiß es wohl,
Daß ich die Zech' bezahlen soll,
Nur eine Auskunft möcht' ich gern
Von ihnen, meine Herrn.

Beide Advocaten:
Sehr wohl, sehr wohl, doch dies Colloquium
Heißt bei uns ein Consilium
Und kommt ins Expensarium.

Sempronius:
Der Zucker und Kaffee,
Die Lämmer und das Reh,
Schmalz, Butter, Mehl und Eier,
Rosoglio und Tokayer,
Und Was ich sonst darneben
In's Haus hab' hergegeben,
Das rechnet man doch auch mit ein.

Beide Advocaten:
Nein, nein, nein
Das ist ein Honorarium,
G'hört nicht in's Expensarium,
Davon spricht uns der Richter frei,
Motiva, Motiva sind bei der Kanzlei.

Sempronius:
Ei, ei, ei!

Beide Advocaten:
Wir lassen keinen Groschen fahren,
Der Himmel wolle uns bewahren,
Denn uns're Müh' ist nicht gering,
Fiat Justita.

Sempronius:
Kling, kling, kling.

Alle:
O Justitia praestantissima,
Kling, kling, kling.
Welche schöne Harmonie,
Kling, kling, kling.
Welche schöne Harmonie,
Allgemein bezaubert sie,
Von ihrem Reiz bleibt Niemand frei,
Motiva sind bei der Kanzlei,
Kling, kling, kling.
Letzte Änderung am 10. April 2005

Suche bei den Klassika-Partnern:
Benutzerdefinierte Suche
jpc Über 1,5 Mio. Produkte
CDs, DVDs und Bücher.
Go
Suchbegriffe:
In Partnerschaft mit Amazon.de