Franz Schubert (1797-1828)

Ballade

Allgemeine Angaben zum Werk:

Titel: Ballade
Titel englisch: Ballad
Entstehungszeit: 1814/15
Opus: op. 126: Ballade
D 134

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[Details]
Sämtliche Lieder 12 (Hyperion, DDD, 1991)
Franz Schubert (1797-1828)

H. Schönegger in FonoForum 5 / 92:"Man lernt einen idiomatisch deutsch singenden Tenor (hell, schlank, sehr gefestigt) kennen, der seine Eignung für dramatisches Gestalten mit deklamatorischer Sorgfalt, Kultur und Sensi- bilität verbindet. Klangbild ausgezeichnet."

Text:

Textdichter: Joseph Kenner (1794-1868)
Sprache: deutsch
Liedtext: Ein Fräulein schaut vom hohen Turm
Das weite Meer so bang;
Zum trauerschweren Zitherschlag
Hallt düster ihr Gesang;
"Mich halten Schloß und Riegel fest,
Mein Retter weilt so lang."
Sei wohl getrost, du edle Maid!
Schau, hinterm Kreidenstein treibt
In der Buchtung Dunkelheit
Ein Kriegsboot herein:
Der Aarenbusch, der Rosenschild,
Das ist der Retter dein!
Schon ruft des Hunen Horn
Zum Streit hinab zum Muschelrain.
"Willkommen, schmucker Knabe, mir,
Bist du zu Stelle kommen?
Gar bald vom schwarzen Schilde dir
Hau' ich die goldnen Blumen.
Die achtzehn Blumen blutbetaut,
Les' deine königliche Braut
Auf aus dem Sand der Wogen,
Nur flink die Wehr gezogen!"
Zum Turm auf schallt das Schwertgeklirr!
Wie harrt die Braut so bang!
Der Kampf dröhnt laut durchs Waldrevier,
So heftig und so lang.
Und endlich, endlich deucht es ihr,
Erstirbt der Hiebe Klang.
Es kracht das Schloß, die Tür klafft auf,
Die ihren sieht sie wieder;
Sie eilt im atemlosen Lauf
Zum Muschelplane nieder.
Da liegt der Peiniger zerschellt,
Doch weh, dicht neben nieder,
Ach! decken's blutbespritzte Feld
Des Retters blasse Glieder.
Still sammelt sie die Rosen auf
In ihren keuschen Schoß
Und bettet ihren Lieben drauf;
Ein Tränchen stiehlt sich los
Und taut die breiten Wunden an
Und sagt: ich habe das getan!
Da fraß es einen Schandgesell
Des Raubes im Gemüt,
Daß die, die seinen Herrn verdarb,
Frei nach der Heimat zieht.
Vom Busch, wo er verkrochen lag
In wilder Todeslust,
Pfeift schnell sein Bolzen durch die Luft,
In ihre keusche Brust.
Da ward ihr wohl im Brautgemach,
Im Kiesgrund, still und klein;
Sie senkte sie dem Lieben nach,
Dort unter einem Stein,
Den ihr von Disteln überweht,
Noch nächst des Turmes Trümmern steht.
Letzte Änderung am 29. Oktober 2011

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