Giuseppe Verdi (1813-1901)

Un Giorno di Regno

(König für einen Tag)

Allgemeine Angaben zur Oper:

Titel: Un Giorno di Regno
Titel deutsch: König für einen Tag
Uraufführung: 5. September 1840 in der Mailänder Scala
Spieldauer: ca. 120 Minuten
Zusatzinformationen: Libretto

Zur Oper:

Art: Melodramma giocoso in due atti
Libretto: Felice Romani
Sprache: italienisch
Ort: Frankreich
Zeit: 1733

Personen:

Il Cavaliere Belfiore: ein Ritter, der sich als Stanislaus (König von Polen) ausgibt
Il Barone di Kelbar: Baron und Gastgeber von Belfiore
La Marchesa del Poggio: eine junge Witwe, Nichte des Barons von Kelbar, Geliebte des Ritters Belfiore
Giuletta di Kelbar: Tochter des Barons und Geliebte des Edoardo
Edoardo di Sanval: ein junger Offizier
Il Signor la Rocca: Schatzmeister der bretonischen Stände, Onkel Edoardos
Il Conte Ivrea: Militärkommandant von Brest
Delmonte: Knappe des falschen Stanislaus

Handlung:

1. Akt: Der Ritter Belfiore (der in Frankreich die Rolle des Königs Stanislaus des Ersten spielt, damit der Herrscher überraschend in Polen auftauchen kann, um seinen Thron zu beanspruchen) ist zu Gast bei Baron von Kelbar. Letzterer schlägt dem vermeintlichen König vor, an den Feierlichkeiten von gleich zwei Hochzeiten, die in seinem Hause gefeiert werden sollen, teilzunehmen: es handelt sich um die Hochzeit seiner Tochter Giulietta mit dem großen Schatzmeister Gasparo Antonio La Rocca und um die seiner Nichte, der Marchesa von Poggio, mit dem Herzog von Ivrea. Als Belfiore, der in die Marchesa verliebt ist und befürchtet, sie könne seine wahre Identität offenbaren, diese Nachricht erhält, beeilt er sich, dem wahren Stanislaus zu schreiben, der vermutlich jetzt bei Hofe angekommen ist, er möge ihn doch schon früher von seinem Auftrag befreien, so gern er ihn auch übernommen habe.
In der Zwischenzeit jedoch muß er seine Verkleidung beibehalten, und so erfährt er vom Schmerz des jungen Edoardo, der zu ihm kommt und ihn fragt, ob er ihn nach Polen begleiten könne, damit er seine Liebe zu Giulietta vergessen könne: obwohl sie erwidert wird, ist sie durch den Willen ihres Vaters unmöglich geworden. Inzwischen erscheint unbemerkt die Marchesa, die Belfiore erkennt und die da sie sich von ihm betrogen glaubt, beschließt, seine Liebe auf die Probe zu stellen, indem sie vorgibt, den Herzog heiraten zu wollen.
Belfiore nutzt seine Verkleidung, um Edoardo zu helfen: um den großen Schatzmeister von seinem Vorhaben abzubringen, Giulietta zu heiraten, genügen einige wenige schmeichelnde Worte, gewürzt mit falschen Versprechungen. Die Marchesa ihrerseits verspricht Giulietta Hilfe. Aber als der Schatzmeister sich weigert, den Heiratsvertrag zu unterschreiben, will der Baron ihn zum Duell herausfordern, und nicht einmal der Vorschlag der Marchesa kann ihn besänftigen: sich zu rächen, indem er seine Tochter sofort an einen anderen verheiraten solle: Edoardo. Erst das Eingreifen des falschen Stanislaus, der jede Entscheidung für sich beansprucht, bringt ihn dazu, seine Entscheidung zurückzunehmen, La Rocca umzubringen.
2. Akt: Als Belfiore erfährt, daß das größte Hindernis bei der Heirat von Giulietta und Edoardo dessen Armut darstellt, ordnet er an, daß der Schatzmeister seinem eigenen Neffen, Edoardo, ein Schloß und eine Leibrente abtreten soll. Als er dann aber dem Baron gegenübersteht, erfindet La Rocca die lächerlichsten Ausflüchte, um das Duell in die bloße Drohung einer Prügelei zu verwandeln, und gibt nicht einen Pfennig her.
Die Marchesa und der falsche König begegnen sich; er fährt fort in seinem Verstellungsspiel; sie versucht, ihn dazu zu bringen, das Spiel aufzugeben, indem sie ihm ihre Absicht offenbart, ihre Liebe dem Herzog Ivrea zuzuwenden, da Belfiore sie ja vergessen zu haben scheint. Von seiner scheinbaren Gleichgültigkeit enttäuscht, geht die Marchesa wirklich so weit, sich dem Herzog zu versprechen, nur mit dem Vorbehalt, sich von ihrem Versprechen lossagen zu können, falls der Ritter Belfiore binnen einer Stunde aufgetaucht wäre. Aber Belfiore hat für diesen Fall eine Idee in Reserve: er verkündet, sofort abreisen zu müssen und aus geheimsten politischen Gründen— den Herzog mitnehmen zu müssen, ohne daß noch Zeit für die Hochzeit bliebe. Das wirft Giuljetta und Edoardo in tiefste Bestürzung da er doch versichert hatte, dem König nach Polen zu folgen. Aber schließlich kommt der Brief an, der Belfiore von seiner Verpflichtung erlöst: der König hat die Unterstützung des Reichstags erhalten und ernennt Belfiore zum Marschall, da er seine Dienste nicht mehr braucht. Doch bevor dieser den Brief liest, ordnet er an, daß sofort die Hochzeit von Giulietta und Edoardo gefeiert werden solle. Dann kann er der Marchesa seine Treue versichern und damit endet der Tag.
Letzte Änderung am 11. März 2001