CD-Kauftipps im Monat 06/2026


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Sigfrid Karg-Elert

Romantische Tonstücke für das Saugwind-Harmonium




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"Karg-Elerts Kompositionen für das Kunstharmonium hatte Jan Hennig bereits vor einigen Jahren für das Label Ambiente-Audio auf drei CDs eingespielt. Das vorliegende neue Album mit den Saugluft-Harmonium-Werken von Karg-Elert setzt die Reihe auf höchstem Niveau fort." (Südwest-Presse, Burkhard Schäfer)

"Das Ergebnis ist bestechend, nicht nur hinsichtlich der Fülle und Differenziertheit der Klänge, die Hennig dem Harmonium entlockt, sondern auch der Effekte, die trotz einiger Kompromisse möglich sind. All dies wird im höchst informativen Booklet auch für Laien verständlich erklärt. Und so kommt man ein ums andere Mal ins Staunen, insbesondere bei Karg-Elerts Zyklen op. 103 und 104. Hier gibt es jede Menge kleinere Charakterstücke, die ungeahnte Klänge von geradezu sphärischer Zartheit und mit experimentierfreudigem Zuschnitt offenbaren. Zuweilen haben diese Klänge einen ungeheuer innovativen Charakter, in jedem Fall ist es sensationell, was Karg-Elert komponiert hat und was Hennig dem Harmonium entlockt. Das hat zuweilen fast avantgardistischen Charakter. Orchestrale Klänge bietet dagegen etwa das Vorspiel zu Richard Wagners Oper Lohengrin, was von Hennig auch mit allen Ressourcen des von ihm verwendeten Mannborg-Instrumentes illustriert wird. Man kommt also wieder nicht umhin zu konstatieren, dass diese CD mehr als „nur“ hervorragend ist. Sie ist eine Offenbarung." (klassik-heute)

"Es ist beeindruckend, mit welchem Facettenreichtum Jan Hennig, gegenwärtig vermutlich der beste Harmoniumspieler weltweit, die kleinen Stücke in unterschiedlichen Farben beleuchtet. Immer wieder vergessen wir geradezu, dass wir es mit einem (nicht elektrifizierten) zweimanualigen Mannborg-Saugwind-Harmonium von 1911 zu tun haben, bei dem die Dynamisierung durch Luftdruck und Kniehebel gesteuert wird. Man beachte etwa die leuchtende ‚Spätsonne‘ op. 10 Nr. 4 oder ‚Nächtliches Silber (Sternennacht auf der Schneekoppe)‘ op. 103 Nr. 5, letzteres mit starken dynamischen Kontrasten und vielfachen Registerwechseln. Wieder ganz anders die feinen ‚Sommerfäden‘ op. 104 Nr. 3, die ‚Waldwanderung (Mummeltal)‘ op. 103 Nr. 1 oder der ‚Reihen auf dem grünen Plan‘ op. 104 Nr. 4. Immer wieder sind wir beeindruckt von Hennigs Virtuosität, seinem Gefühl für Metrik und Agogik, vor allem aber für Farben und Effekte." (klassik.com)

"Neben Max Reger ist Sigfrid Karg-Elert (1877–1933) sicherlich der bedeutendste deutsche Orgelmusik-Komponist des frühen 20. Jahrhunderts. Was heute gerne vergessen wird: fast noch wichtiger war er als Schöpfer und Interpret von Werken für das Harmonium. Dieses erlebte seine Blütezeit zwischen ca. 1850 und 1930 und eroberte als kostengünstiger Ersatz für Pfeifenorgeln und Hausinstrument des bürgerlichen Milieus fast die ganze Welt. Seine avanciertesten und vielleicht auch besten Harmoniumwerke schrieb Karg-Elert für das Kunstharmonium. Jan Hennig, Interpret des vorliegenden Albums, hat viele davon auf seinen drei in den vergangenen Jahren - ebenfalls bei Ambiente erschienenen - CDs „Frühe“ und „Späte Meisterwerke für Kunstharmonium“ (ACD-3041 und -3049) sowie „Konzertbearbeitungen für Kunstharmonium“ (ACD-3030) eingespielt.Nun hat Hennig sich das technisch einfachere Saugwind-Harmonim vorgeknöpft – das sich vom Druckwind-Harmonium durch die Art der Luftführung unterscheidet: hier wird die Außenluft in die Bälge eingezogen, dort wird die Balgluft ausgeblasen. Der dabei über das Schwingen der Stimmzungen entstehende Ton gilt beim Saugwind-Harmonium als intimer und milder als der beim Druckwind-Harmonium.Wer nun etwa glauben sollte, er werde beim Anhören dieser neuen CD akustisch in eine zugige Friedhofskapelle versetzt, in der so ein wurmstichiges „Möbel“ asthmatische Töne von sich gibt, täuscht sich gewaltig. Denn auch, wenn das von Jan Hennig hier gespielte, 1911 von der Leipziger Firma Mannborg gebaute Saugwind-Modell „Stil 17“ naturgemäß nicht über die Register und Möglichkeiten eines Kunstharmoniums verfügt, so klingt es doch gleichwohl himmlisch – wenn das Adjektiv gestattet ist. Das gilt vor allem für die beiden späten Zyklen „Sieben Idyllen für Harmonium“, op. 104, und „Sechs Romantische Stücke – Impressionen aus dem Riesengebirge“, op. 103, aber auch schon für die „Impressionen“, op. 102, von denen auf der CD leider nur zwei Stücke erklingen (alle ca. 1915). Das Wort „Impressionen“ aus den Opera 102 und 103 darf man getrost im Sinne der Malerei verstehen, denn es handelt sich tatsächlich um tönende Meisterwerke des musikalischen Impressionismus, „Diese Zyklen sind mit ihrer Verinnerlichung charakteristisch für Karg-Elert“, sagte mir Jan Hennig am Telefon. „Der Komponist hat sich ganz in die für ihn neue Ästhetik der Saugluftinstrumente hineingedacht, mit dem gleichen künstlerischen Anspruch wie an das Kunstharmonium. Diesen Anspruch können Saugluftharmoniums allerdings kaum erfüllen. Daher musste ich bei der Aufnahme einen Kompromiss finden: Das Instrument durfte nicht überfordert und der Komponist nicht enttäuscht werden.“Der „Kompromiss“ ist Hennig in beglückender Weise gelungen. Und das betrifft nicht nur die späten Zyklen, sondern auch schon die frühen „Sechs Skizzen für Harmonium“, op. 10 (ca. 1903). Karg-Elerts Bearbeitung des „Lohengrin“-Vorspiels kann zwar die Komplexität des Originals nicht in Gänze abbilden, klingt hier aber gleichwohl (fast) wie für das Harmonium geschaffen. Fazit: diese tolle CD rückt ein „vergessenes“ Instrument in denkbar schönstes Licht." (organ – Journal für die Orgel, Burkhard Schäfer)

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